Geschichte des Berliner Instituts für Psychotherapie und Psychoanalyse (BIPP)
Das BIPP wurde 1983 gegründet, um den Berliner Ärzten die Möglichkeit zu geben, die Zusatzbezeichnung Psychotherapeut zu erwerben – sie war 1978 vom deutschen Ärztetag inhaltlich neu präzisiert worden. Damals wurde dieser Ausbildungsgang in Berlin von keinem psychoanalytischen Institut angeboten. Deshalb war das BIPP ein zunächst rein ärztliches Institut.
Nach dem Erwerb der Zusatzbezeichnung Psychotherapeut konnte man sich anschließend auch zum Psychoanalytiker weiterbilden lassen.
Das Institut ist von der Ärztekammer Berlin seit seiner Gründung als Weiterbildungsstätte anerkannt. 1991 erhielt das BIPP die Anerkennung der Kassenärztlichen Vereinigung, was für die Bezahlung von Behandlungen, die durch Weiterbildungsteilnehmer durchgeführt wurden, existenziell wichtig war. 1992 wurde das BIPP von der der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie e.V. (DGPT) anerkannt und bildet seither Aus- und Weiterbildung gemäß den geltenden Standards dieser Gesellschaft an.
Dieser Schritt verband sich mit einer Öffnung des BIPP gegenüber psychologischen Psychotherapeuten. Als eines der ersten Institute in Berlin konnte das BIPP nach dem Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG, 1999), das eine Gleichstellung von Ärzten und Psychologen im Erwerb der Approbation und der Berufsausübung festschreibt, auch Diplompsychologen den Zugang zur Aus- und Weiterbildung ermöglichen. Dies wirkte sich prägend auf den inhaltlichen Diskurs aus und hat bis heute dazu geführt, dass für die Teilnehmer eine facettenreiche aber nicht beliebige theoretische Orientierung innerhalb der Ausbildung möglich ist.
1993 wurde der Arbeitskreis Psychotherapie Berlin e.V. gegründet, der sich der Förderung und Fortbildung im Bereich der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie widmet und verschiedene Vortragsveranstaltungen, Qualitätszirkel und Intervisions- bzw. Supervisionsrunden anbietet.
1993 entstand am BIPP eine DPG-Arbeitsgruppe. 2002 wurde das DPG-Institut am BIPP gegründet. Das DPG-Institut am BIPP - ein so genanntes "An- Institut" - soll den Kandidaten des BIPPs ermöglichen, parallel zu ihrer staatlichen Aus- und Weiterbildung eine DPG-Ausbildung zu absolvieren, die ihnen den Zugang zu der Fachgesellschaft der DPG und der Arbeitsgruppe der DPG schafft.
Zudem gibt es seit vier Jahren am BIPP das Forum Psychoanalytische Wissenschaften, das sich darum bemüht, die klinische Psychoanalyse mit psychoanalytisch orientierten Forschungsansätzen im bereich der Kultur- und Sozialwissenschaften zu vermitteln.
Dr. Volker Holitzner, Gründungsmitglied und ehemaliger Institutsleiter, † 2010
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