BIPP



Abstracts


Die Abstracts zu den curriculär angebotenen Seminaren sind alphabetisch nach Dozentennachnamen sortiert.
Neben den Abstracts gibt es auch zu den meisten Seminaren ausführliche Vorlesungsskripte, die im Kandidaten-/ Mitgliederbereich eingesehen und heruntergeladen werden können. Mitglieder und Kandidaten des BIPP können die Zugangsdaten im Sekretariat des BIPP anfragen.




Abstracts alphabetisch nach Dozentennamen A-F und DPG-Institut am BIPP


A


Abendroth, Marlies (UA)/ Parverdian, Joseph (DPG-I)/ Heußer, Angelika (Vorstand):
[EK1] Studieneinführung: Die Struktur und der Ausbildungsrahmen des BIPP und des DPG-Instituts am BIPP
Diese Einführungsveranstaltung möchte den Rahmen bieten, auftauchende Fragen hinsichtlich der Struktur, der Ausbildungsabläufe, verschiedener Aus- und Weiterbildungsgänge und Prüfungsbedingungen offen auszutauschen, da erfahrungsgemäß diese erst konkret werden, wenn die Aus- und Weiterbildung von Kandidaten begonnen wurde.

Abendroth, Marlies:
[FK] Die Bedeutung traumatischer Kriegserfahrungen in der Kinder- und Enkelgeneration – mit Fallvorstellung
In dieser Vorlesung soll die Bedeutung von traumatischen Kriegserlebnissen der Eltern- und Großelterngeneration für die psychische Entwicklung unserer Patienten deutlich werden und damit einhergehend die Wichtigkeit, das Augenmerk bereits in der Anamneseerhebung darauf zu richten. An Hand einer kasuistischen Fallvorstellung aus meiner Praxis soll dies untermauert werden.
Literatur: Ermann, M.: Wir Kriegskinder. Forum der Psychoanalyse 2004, 20
Schmidt, C.: Kriegserlebnisse in den Träumen von Nachkriegskindern. Forum der Psychoanalyse 2006, 22
Radebold. H. et al. (Hg.): Transgenerationale Weitergabe kriegsbelasteter Kindheiten

Altrichter, Viola:
[EK+FK] Der Nationalsozialismus als Religion?
Folgenden Fragen sollen untersucht werden: wo finden sich mythenanalytische Zusammenhänge für die Entstehung von Symbolen wie dem Hakenkreuz, der nationalsozialistischen Fahne, den Riten der Sonnenwendfeiern? Welche sozialpolitischen Bedingungen ermöglichten bereits im 19. Jahrhundert die Entstehung von „Thule“ und Germanen-Bünden? Welche Rolle spielte die Rezeption germanischer Mythenstoffe des Antisemiten R. Wagners? Welche Mythen aus germanischen sowie asiatischen Religionen (Japan, Indien, Tibet) sind Quellen für religiös besetzte Begriffe wie Führer, Rasse, Reich, Krieg, Untergang, Blut und Boden, Männerbund und einem „sakralen“ Gründungsopfer, dem Genozid? Welche Rolle spielten die christlichen Kirchen bei dem Prozess der Politisierung des Sakralen? Was sind die soziokulturellen wie psychologischen Bedingungen, die den Faschismus (bis heute) zu einer Art Ersatzreligion gemacht haben und machen?


B



Baldanza, Mirella:
[EK2] Einführung in die kleinianische Entwicklungstheorie. Teil I+II
Nach einem kurzen historischen Überblick sollen in der Einführung der kleinianischen Entwicklungstheorie, Teil I, einige zentrale Konzepte, vor allem die Annahme von „inneren Objekten“, „ubw Phantasien“ sowie das Konzept der „projektiven Identifizierung“ dargestellt werden. Anhand von klinischen Fallvignetten möchte ich jeweils die theoretischen Annahmen verdeutlichen und mit den Teilnehmern diskutieren. Am zweiten Abend in Teil II wird es um die beiden kleinianischen Grundpositionen, paranoid-schizoide Postiion und depressive Position gehen analog zu den freudschen Entwicklungsphasen. Wieder sollen die theoretischen Annahmen durch klinische Fallvignetten verdeutlicht und diskutiert werden.
Hanna Segal: Melanie Klein – Eine Einführung in ihr Werk. Ed.Diskord
Claudia Frank/Heinz Weiß (Hrsg.) Kleinianische Theorie in klinischer Praxis
Schriften von Elizabeth Bott Spillius, Klett Cotta Verlag (2002)
Rosemarie Kennel/Gertrud Reerink (Hg.) Klein, Bion – Eine Einführung, Ed.Diskord (2002)

Baldanza, Mirella:
[FK] Perversion
Nach einem kurzen Überblick über die Definition der perversen Symptomatik und ihre Erscheinungsformen soll in diesem Seminar anhand eines klinischen Fallbeispiels diskutiert werden, wie die perverse Symptomatik in der Behandlung in der Übertragung sich manifestiert und wie durch die Art und Weise des Auftauchens Einsicht in die Psychopathologie des Patienten gewonnen werden kann.
Empfohlene Literatur:
De Masi, Franco (2010): Die sadomasochistische Perversion (im Jahrbuch der Psychoanalyse, Beiheft 23, Frommann-Holzboog Verlag)
Freud, S. (1927): Fetischismus GW IV, S. 311 –317
Freud, S. (1940e): Die Ichspaltung im Abwehrvorgang GW XVII, S.57 - 62
Joseph, Betty (1994): „Ein klinischer Beitrag über die Analyse einer Perversion“ (in Psychisches Gleichgewicht und psychische Veränderung, Klett-Cotta Verlag)
Hinshelwood, D. Robert: Wörterbuch der kleinianischen Psychoanalyse (Verlag Internationale Psychoanalyse, 1993)
Purcell, D. Stephen (2006): Die Erregung des Psychoanalytikers in der Analyse von Perversionen (in Ausgewählte Beiträge aus dem International Journal of Psychoanalyses, Band 2 „Schweigen“, Hg. Gabriele Junkers, 2007)
Glasser, Mervin "Identification and its Viccisitudes as Observed in the Perversions" (1986, International Journal of Psycho-Analyses)
Glasser, Mervin: Zur Rolle der Aggression in den Perversionen (im Jahrbuch der Psychoanalyse, 60, Frommann-Holzboog Verlag, 2010)

Balz, Monika:
[EK1+PsGV] Anamnesenerhebung. Praxisseminar – modellhafte Erstellung eines Berichts. Teil I+II
In diesem Seminar wird speziell auf (in Anamnesesupervisionen) häufig beobachtete Schwierigkeiten bei der Anamnesenerhebung- und Psychodynamikerkennung eingegangen. Außerdem geht es um die weitere Einübung und Handhabung des BIPP-Anamnese-Schemas.
Beim zweiten Termin wird speziell auf (in Anamnese–Supervisionen) häufig beobachtete Schwierigkeiten bei der Anamnesenerhebung und Psychodynamikerkennung eingegangen. Außerdem geht es um die weitere Einübung und Handhabung des BIPP-Anamnese-Schemas.

Balz, Monika:
[EK2] Behandlungstechnik: Umgang mit Schamkonflikten
Scham erfasst das ganze Selbst. (Wurmser 2007) Sie kann blitzartig den ganzen Körper überfluten, und ruft sichtbare vegetative Reaktionen hervor (wie Erröten, Erblassen, Erstarren) welche dann wiederum zu Scham führen. In jeder mitmenschlichen Beziehung besteht die Gefahr der beschämenden Bloßstellung. Aber ganz besonders wird diese Gefahr gespürt in der Psychoanalytischen Behandlungsstunde, in der man unzensiert alles sagen soll was einem einfällt. Verstärkt wird die Situation noch dadurch, dass der Analytiker sich selbst nicht zeigt, und man noch nicht einmal seine Reaktion durch Beobachtung der Mimik kontrollieren kann. Es gibt kaum eine psychoanalytische Sitzung, in der Scham nicht auftaucht. Oft nur wird das nicht bemerkt, denn das Erleben und Aussprechen von Schamgefühlen ist bereits ebenfalls schamhaft besetzt. Scham wird manchmal abgewehrt durch verschiedene Mechanismen, welche dann das gesamte Übertragungsgeschehen einfärben können, beispielsweise durch: emotionale Kälte, Intellektualisierung, hochmütige Distanziertheit, subtile (bis grobe) Verachtung anderer... Hier wird die Beschämung und Verachtung die der Pat fürchtet, aktiv auf den Analytiker, und - oder auf dritte - umgelenkt. Dies kann manchmal dazu führen, dass sich dann der Analytiker in der Gegenübertragung vom Patienten beschämt fühlt. Eine Abwehrformen der Scham kann sich auch verbergen hinter vorwegnehmender Selbsterniedrigung: Hier wird versucht, dem befürchteten Angriff vorher zu kommen, und somit den Prozess zu kontrollieren. In der Vorlesung wird eingegangen auf Auslöser für Scham, auf den bedeutsamen Unterschied zwischen Scham – und Schuldgefühlen, welche manchmal gegensätzlich im Konflikt zueinander stehen können, sowie auf die Entstehung der Scham in der Genese. Anhand von Fall- Beispielen wird beschrieben, dass man durch Beschämung und Verachtung wirksamer Unterwerfung unter Normen erzwingen kann, als durch Bestrafung). Die Urangst der Scham ist die Angst, vom Liebesobjekt, oder der ganzen menschlichen Gemeinschaft nicht mehr als (achtens – und liebens-) würdiges menschliches Wesen angesehen, und deshalb verspottet, verlassen und ausgeschlossen zu werden. Für einen Patienten, der in seiner Genese für das Zeigen von authentischen Gefühlen und Wünschen sehr beschämt wurde, müssen das analytische Setting und das freie Assoziieren also sehr ängstigend sein. Die Analysestunde stellt jedoch auch eine exhibitionistische Versuchungssituation dar, da in ihr der Wunsch des Patienten, in seiner Authentizität gesehen, angenommen und bewundert zu werden, wecken kann. Diese erweckten exhibitionistischen Wünsche jedoch können dann wiederum Angst vor Kontrollverlust führen, und somit die Beschämungsangst verstärken.
Ziel der Vorlesung ist es, ein Verständnis für diese Schamkonflikt- Mechanismen zu vermitteln. Dieses soll dann dazu beitragen in den eigenen Behandlungen ihre Auswirkungen auf die Übertragung – und Gegenübertragung zu erkennen. Es werden hierzu Beispiele aus eigener Praxis vorgestellt. Beispiele aus dem Zuhörerkreis sind willkommen!
Wurmser , L - Die Maske der Scham (Springer Verlag Dietmar Klotz 2007)

Begrüßungsveranstaltung für alle AusbildungskandidatInnen im BIPP zur Einstimmung in das neue Semester: Auf den Spuren Sigmund Freuds (45 min, 3sat, 2005)
Der Dokumentarfilm Auf den Spuren Sigmund Freuds (2005) verbindet die Freud`sche Theorie des Unbewussten mit Kunst- und Kulturprodukten unserer Zeit. In der Dokumentation sprechen u.a. Elfriede Jellinek, Bernardo Bertolucci, Woody Allen, aber auch Hanna Segal und Anna Freud sowie der Freud-Biograph Peter Gay... und eine irrwitzige Sexualtherapeutin aus den USA.
Mit den Spuren der Psychoanalyse im Kulturellen möchten wir Sie auf das neue Semester einstimmen.
Eine Veranstaltung der AG Film und Psychoanalyse (Gertrud Citron, Carola Erhard, Bernd Heimerl und Ángeles Llorca)

Berkel, Irene:
[FK] Freuds Fallgeschichten: „Rattenmann: Bemerkungen über einen Fall von Zwangsneurosen“ (1909). Teil I+II
In der dritten großen Fallstudie Freuds geht es um einen jungen Patienten, der unter einer Zwangsneurose leidet. Der Fall stellt einen großen Entwicklungsschritt in Freuds Theorie dar. Er widmet sich darin dem Einfluss anal-sadistischer Impulse, der Bedeutung der Ambivalenz und der Omnipotenzfantasien für die Genese und Symptomatik der Zwangsneurose.
Freud: Originalnotizen zu einem Fall von Zwangsneurose („Rattenmann“). GW Nachtragsband, Frankfurt/ M. 1987, S. 509–569.
Freud: Bemerkungen über einen Fall von Zwangsneurose (1909). Studienausgabe Bd. VII. Frankfurt/M. 1982, S. 31–104.
Freud: Die Disposition zur Zwangsneurose (1913). Studienausgabe Bd.VII, S. 105–117.

Born, Alja:
[EK2] Intersubjektivität in der Psychoanalyse. Teil I+II
Wie sich Analysanden und AnalytikerInnen gegenseitig im therapeutischen Prozess und in der therapeutischen Beziehung beeinflussen ist die zentrale Frage mit denen sich intersubjektivistische Ansätze in der moderneren Psychoanalyse beschäftigen.
Über das klassische Verständnis von Übertragung und Gegenübertragung hinausgehend wird eine komplexe Matrix an gegenseitigen Übertragungs- und Gegenübertragungsprozessen vorausgesetzt, die ein besonderes Maß an Selbstreflexion und Empathie auf Seiten der Behandelnden voraussetzen („selbstreflexive Empfänglichkeit“, Mitchell).
Auch der Einfluss der äußeren (Beziehungs-)Realität wird in Auseinandersetzung mit klassischen objektbeziehungs- und triebtheoretischen Positionen neu, nämlich entscheidend gewichtet.
Die Zielsetzung ist eine veränderte: neue Objekterfahrungen, Interaktion und Enactment sind erwünschte und notwendige Komponenten einer Behandlung, die helfen, Zugang zu nichtsprachlichen verinnerlichtem Erleben zu ermöglichen. Widerstand im Prozess wird als ein gemeinsames und nicht allein im Patienten zu verortendes Phänomen verstanden. Im Gegensatz zur exklusiven Bedeutung der Deutung im klassischen Theorieverständnis werden Interventionen wichtig, die Kommunikation, das Verstehen von Kommunikation und beziehungsregulierende Potenz fördern.
Neben zentralen Aspekten aktueller intersubjektiver Ansätze werden die praktische Anwendung vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung Thema dieses Seminars sein.
Altmeyer, M., Thomä, H. (Hg.) (2006): Die vernetzte Seele.
Benjamin, J. (1990): Die Fesseln der Liebe. Stroemfeld/Roter Stern
Ermann, M. (2016): Prozedurale Faktoren in der Psychoanalytischen Behandlung. Übertragung und Enactment aus intersubjektiver Sicht. Forum Psychoanal
Jaenicke, Chris (2009): Heilung als Ko-Kreation – Wechselseitige Regulierung im psychotherapeutischen Prozess. Psychotherapie Forum 17 (9-14)
Kunzke, J. (2011): Grundmerkmale interpersonaler, intersubjektiver und relationaler Ansätze in der Psychoanalyse. Psyche – Z. f. Psychoanal. 65, 2011, 577-616. (Einführung)
Potthoff, Peter (2014): Abriss der Relationalen Psychoanalyse. In: Peter Potthoff, Sabine Wollnik (Hg.): Die Begegnung der Subjekte. Psychosozial Verlag.

Braun, Christoph:
[FK] Therapieprozessmodelle. Teil I+II
Eine psychoanalytische Behandlung ist ein Prozess zwischen zwei Menschen, mit unterschiedlichen Rollenverteilungen, Anforderungen und Veränderungsperspektiven. Von Beginn an wurden modellhafte Vorstellungen darüber entwickelt, was sich ereignet oder ereignen sollte, um dem Patienten zur Lösung seiner Probleme zu verhelfen. In dieser Vorlesung möchte ich ausgehend von Freuds Vorstellung der Kur einige der wesentlichen Modelle, die dazu nach ihm entwickelt und erforscht wurden, präsentieren. Dabei geht es nicht schlicht um Metaphern oder beispielhafte Verläufe von einzelnen Sequenzen, sondern das Ganze einer analytischen Behandlung. Nach einer Übersicht über Freuds Verständnis der psychoanalytischen Kur wird als Beispiel für sog. chronologische Modelle das Therapiemodell von Fürstenau vorgestellt, das Ich-psychologische Gesichtspunkte mit der häufig notwendigen behandlungstechnischen Berücksichtigung struktureller Defekte der Patienten vereint. Es folgt ein paradigmatisches Modell der (post)kleinianischen Richtung, sodann eine Darstellung der heute zunehmend Interesse findenden Konzeption Lacans über den analytischen Prozess. Abschließend soll das empirisch gestützte Ulmer Therapieprozessmodell von Thomä & Kächele vorgestellt werden, das sich als kontinuierlich flexible Anpassung an die im Fokus stehenden Erfordernisse versteht. Die jeweiligen Vorzüge und Nachteile der Modelle für den konkreten klinischen Behandlungsverlauf (Verständnis des Verlaufs, Orientierung in der Kur, Ableitung möglicher Interventionen) werden exemplarisch am Fallbeispiel dargestellt.

Braun, Christoph:
[FK] Das Symbolische bei Lacan (II), Teil I+II
Das Symbolische bildet neben dem Imaginären und dem Realen eines der drei Register, in denen Lacan die Psychoanalyse neu konzeptualisierte. Freuds Erkenntnisse zu Träumen, Fehlleistungen und neurotischen Symptomen reformulierte Lacan mit den Mitteln der zeitgenössischen Sprachwissenschaft, aber auch der Philosophie und Mathematik. Das Sprechen, das das zentrale Mittel der analytischen Kur ist, hat Lacan zufolge eine Reihe von Auswirkungen. Nach einer kurzen Klärung des Zeichenbegriffs werden die Funktion des Unbewussten und die Theorie von Aussage und Aussagen dargestellt. Anschließend wird ausführlich die Subjektspaltung und ihre Konsequenzen für Theorie und Praxis erörtert. Schließlich hat der Umstand, dass „der Mensch das Tier ist, das Sprache spricht“, auch Folgen für das Trieb- und Affektleben sowie die Beziehung zu Seinesgleichen; deshalb wird auch Lacans Theorie des Objekts a und seine Rolle in der Phantasie und im Lusterleben durchgenommen.
Das Symbolische ist der umfangreichste und bislang am besten aufgearbeitete Teil von Lacans Psychoanalyse. Geplant ist ein konzentrierter Überblick über die wichtigsten Theoriestücke, wobei der sog. Graph des Begehrens, den Lacan selbst Mitte der 1950er Jahre entwickelt hat, als Orientierungslinie dient. Relevante Punkte werden anhand von klinischem Fallmaterial oder Beispielen aus dem Alltag oder der Populärkultur veranschaulicht.

Brüggen, Wilhelm:
[EK1] Vorlesung zur Einführung in die Psychoanalyse Freuds. Teil I+II
An Hand der 27. und 28. Vorlesung der Freudschen Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse möchte ich einen ersten Einblick in das Freudsche Konzept der Psychoanalyse geben, um von dort aus ermessen zu können, welch weite, teilweise sehr widersprüchliche und verwirrende Wege die Psychoanalyse seit dieser Zeit gegangen ist, denn „man versteht die Psychoanalyse immer noch am besten, wenn man ihre Entstehung und Entwicklung verfolgt.“ (Freud 1923, Psychoanalyse und Libidotheorie, GW XIII, S. 211).
Freud Sigmund (1916-17): “Vorlesung zur Einführung in die Psychoanalyse“ und dort insbesondere die 27. sowie die 28. Vorlesung über die Übertragung und die analytische Therapie. Studienausgabe Band I, Seite 415 – 445, GW B. XI, S. 447 – 483
Das Skript zur Veranstaltung ist im Mitgliederbereich einsehbar.

Brüggen, Wilhelm:
[EK1+PsGV] Allgemeine Krankheitslehre Freuds. Teil I+II
Freud entwickelte eine Vorstellung von der psychodynamischen Entstehung der Neurosen, die an einigen entscheidenden Punkten von den heute in den psychoanalytischen Lehrbüchern vertretenen Konzepten abweicht. Auch wenn man über die Aktualität seiner Konzeption inzwischen sicher unterschiedlicher Meinung sein kann, ist es für das Verständnis der heute im Mittelpunkt stehenden neoanalytischen und objektbeziehungstheoretischen Konzepte unverzichtbar, die ursprüngliche Auffassung zu kennen, von der sie sich kritisch absetzen. Während des ersten Termins möchte ich das Freudsche Grundmodell kurz vorstellen und Gelegenheit geben, an Hand dieses Modells die Freudsche Verwendung der wichtigsten metapsychologischen Begriffe im gemeinsamen Gespräch zu rekonstruieren. Im zweiten Teil werde ich dann auf einige wichtige Unterschiede zu den verschiedenen, heute gebräuchlichen psychoanalytischen Krankheitsmodellen näher eingehen.
Leider hat Freud seine Neurosentheorie nirgendwo abschließend zusammengefasst. Stattdessen gibt es viele verschiedene, über seine gesamte psychoanalytische Schaffensperiode verstreute Ausführungen. Folgende Texte sind dabei von besonderer Bedeutung: „Die Abwehr-Neuro-Psychosen“(1894), „Das Unbewusste“ (1915), „Übersicht der Übertragungsneurosen“ (1915, veröffentlicht 1985 von Grubrich-Simitis), „Realitätsverlust bei Neurose und Psychose“ (1924) sowie „Hemmung, Symptom und Angst“ (1926). Für eine erste Vorbereitung ist der Text „Das Unbewusste“ aus meiner Sicht am besten geeignet (vgl. Das Unbewusste, in: Studienausgabe Bd. III, S. 121-173 und in: GW, Bd. X, S. 264-303).
Das Skript zur Veranstaltung ist im Mitgliederbereich einsehbar.

Brüggen, Wilhelm:
[EK2] Französische Psychoanalyse: Die allgemeine Verführungstheorie Laplanches und was Lacan dazu sagen würde. Teil I+II
Die „Allgemeine Verführungstheorie“ bildet den gegenwärtig theoretisch wohl anspruchsvollsten und angesichts neuerer entwicklungspsychologischer Befunde einzig noch konkurrenzfähigen Versuch, am Freudschen Konzept der infantilen Sexualentwicklung festzuhalten. Zugleich gibt sie einen guten Einblick in die Besonderheiten der französischen Psychoanalyse. In diesem Einführungsseminar sollen die Grundprämissen des Laplanche’schen Konzeptes einleitend rekapituliert werden, um dann anhand des Laplanche’schen „Übersetzungsmodells“ und seines „Verführungsbegriffs“ die klinisch-behandlungstechnischen Konsequenzen seiner „Allgemeinen Verführungstheorie“ zu diskutieren.
Die meines Wissens erste deutschsprachige Veröffentlichung der Allgemeinen Verführungstheorie findet sich in dem Aufsatz: „Von der eingeschränkten zu der allgemeinen Verführungstheorie“ In: Laplanche, J. (1988): Die allgemeine Verführungstheorie und andere Aufsätze. S. 199-233. Eine aktuellere, leichter lesbarere und auch komprimiertere Fassung enthält der Aufsatz „Die rätselhaften Botschaften des Anderen und ihre Konsequenzen für den Begriff des Unbewussten im Rahmen der allgemeinen Verführungstheorie“. In: Psyche, Okt. 2004, 58 Jg. Heft 9/10, S. 898-913. In Bezug auf die klinische Anwendung des Laplanche’schen Konzeptes bietet der Aufsatz von Thomas Eichhorn: „Die Relevanz metapsychologischer Überlegungen für die Praxis der Psychoanalyse“ eine gute Einführung. In: Bayer, L., Quindeau, I. (Hg): Die unbewusste Botschaft der Verführung. Interdisziplinäre Studien zur Verführungstheorie Jean Laplanches 2004. Psychosozialverlag Gießen. S. 31-57. Weitere Ausführungen zum Laplanche’schen Übersetzungsmodell und zu seinem Begriff der Verführung enthält der Aufsatz von Udo Hock: „Botschaft und Übersetzung“ (in: ebenda, S. 121-137). Das Skript zur Veranstaltung ist im Mitgliederbereich einsehbar.

Brüggen, Wilhelm:
[FK] Literaturseminar: Freud - Das Unbehagen in der Kultur, Teil I+II
Für unsere klinische Einstellung als Psychotherapeuten bzw. Psychoanalytiker wie für die von uns angewandte Technik ist es von großer Bedeutung, welchen Kulturbegriff bzw. welche anthropologisch gattungsgeschichtlichen Voraussetzungen wir dabei zu Grunde legen. Im Freudschen Oeuvre gibt es diesbezüglich zwei entgegengesetzte Tendenzen: Auf der einen Seite wird der kulturelle Prozess dem Triebgeschehen und Lustprinzip gegenüber gestellt, so dass sich der kulturelle Fortschritt mit wachsendem Triebverzicht, immer weitergehende Über-Ich-Anforderungen bzw. immer weitergehende Verdrängungs- und Abwehrleistungen verbindet. Auf der anderen Seite gibt es den eher aufklärerischen Gedanken, unbewusste Abwehrmechanismen bzw. Verdrängungsprozesse durch bewusste Verneinungen oder Bejahungen zu ersetzen, so dass der kulturelle Fortschritt wesentlich durch die Bewusstmachung des Unbewussten gekennzeichnet wäre. Klinisch bedeutet dies: Setzen wir vor allem auf die Stabilisierung und Ausdifferenzierung unbewusster innerer Strukturen, oder geht es uns doch eher um die Bewusstwerdung des Unbewussten. Letztgenannte Haltung wird gegenwärtig v. a. von der französischen Psychoanalyse, und dort von ihrem prominentesten Vertreter Laplanche verfolgt, während die angelsächsische Objektbeziehungstheorie, die bindungstheoretisch argumentierenden Kollegen und hier in Deutschland die Rudolfsche Strukturanalyse eher auf die Stabilisierung und Ausdifferenzierung im wesentlichen unbewusster psychischer Strukturen setzen.
FREUD: Das Unbehagen in der Kultur, GW Band XIV, S. 419-506.

Burkard, Matthias:
[EK2+PsGV] Diagnose und Therapie schwerer Persönlichkeitsstörungen. Teil I: Diagnose, Teil II: Therapie
Persönlichkeitsstörungen und speziell die Borderline-Persönlichkeitsstörung nehmen unter unseren Patienten immer mehr zu – vielleicht auch nur, weil sich unser diagnostischer Blick geschärft hat. In diesem Seminar sollen die Konflikte und strukturellen Besonderheiten bei Persönlichkeitsstörungen vermittelt werden. Es lohnt und führt zu einem besseren Verständnis, schwere Persönlichkeitsstörungen unter allen vier psychodynamischen Theorien (der Triebpsychologie, der Ich-Psychologie, der Objektbeziehungstheorie und der Selbstpsychologie) zu verstehen. Im zweiten Teil sollen Überlegungen und besondere Schwierigkeiten in der Therapie behandelt werden.
Kernberg: Borderline-Störung und pathologischer Narzißmus, Suhrkamp 1978
Kernberg: Psychodynamische Therapie bei Borderline-Patienten, Huber 1992
Rudolf: Strukturbezogene Psychotherapie, Schattauer 2004
Lohmer: Borderline-Therapie, Schattauer 2005


C


Citron, Gerturd:
[EK1+PsGV] Spezielle Neurosenlehre: Angst. Teil I+II
Angst ist ein wichtiges Sensorium, das vor Gefahren schützt und zu Gegenmaßnahmen veranlasst. Ein Zuviel oder Zuwenig an Angst kann jedoch zu Störungen führen. In diesem Seminar geht es im ersten Teil um wesentliche theoretische Konzepte von und seit Freud. Im Anschluss sollen klinische Beispiele verschiedener Angstformen entlang der Ich-Entwicklung dargestellt werden.


D


Dietrich, Barbara:
[EV] Autogenes Training I-IV (Seminar im Entspannungsverfahren)
(vor allem für ärztliche Weiterbildungskandidaten)
Das Autogene Training nach J.H. Schultz ist ein leicht erlernbares Entspannungsverfahren. Es basiert auf sechs Grundübungen, die stufenweise, in festgelegter Reihenfolge durchgeführt werden.
Angesprochen wird die vegetative Ebene, dadurch können unwillkürliche Körperfunktionen mithilfe gezielter Konzentration selbst beeinflusst werden. Körperliche und demzufolge auch psychische Spannungszustände verändern sich hinsichtlich eines Ruheerlebnisses.
Ziel der Methode ist eine durch gedankliche Vorstellungen herbeigeführte Tiefenentspannung des gesamten Organismus.
Der Kurs orientiert sich am praktischen Ablauf eines selbst geleiteten Autogenen Trainings, sowie an eigenen Erfahrungen mit dem Verfahren. Zudem werden die Methode, Grundlagen und Techniken zur Vermittlung dargestellt.
Inhaltlich werden die Grundlagen des Verfahrens, als auch die Methode zur Weitervermittlung dargestellt. Zudem orientiert sich der Kurs an vielen praktischen Übungen, sowie den Gesprächen hinsichtlich eigener Empfindungen und Wahrnehmung des Erlebten. Die Eigenerfahrung und das Erlernen des Verfahrend bilden die Grundlage zur Weitervermittlung des AT in der Praxis.
Voraussetzung zur Teilnahme ist eine Anmeldung unter: info@kbt-dietrich.de
Literaturangaben:
Hoffmann, B.: Handbuch des Autogenen Trainings, 19. Auflage, dtv, München 2012
Schultz, J.H.: Das Autogene Training, (konzentrative Selbstentspannung), Versuch einer klinisch-praktischen Darstellung. 20. Auflage; Thieme, Stuttgart 2003
Die Anmeldung für den viertägigen Kurs erfolgt direkt über Frau Dietrich unter dietrichbarbara@web.de

DPG-Institut am BIPP
Brüggen, Wilhelm:
Literaturseminar I
In diesem Seminar sollen aktuelle psychoanalytische Veröffentlichungen besprochen werden, die von den Teilnehmern ausgesucht und vorgestellt werden. Es handelt sich um die Fortsetzung einer gleichen Seminarreihe aus den vergangenen Jahren. Um einen möglichst diskursiv-seminaristischen Arbeitsstil zu ermöglichen, bei dem es weniger um die Vermittlung vorgefertigten Wissens als vielmehr um den eigenständigen und kreativen Umgang mit den bestehenden, teilweise sehr gegensätzlichen Konzepten geht, handelt es sich um eine geschlossene Gruppe, deren Mitglieder regelmäßig teilnehmen. Wer neu hinzukommen möchte, sollte sich zuvor bei Wilhelm Brüggen unter w.brueggen@t-online.de anmelden.

DPG-Institut am BIPP
Citron, Gertrud:
Theorieveranstaltung

DPG-Institut am BIPP
Eschmann, Rüdiger:
Anamnesenseminar
Ausgehend vom aktuellen Erscheinungsbild des Patienten erheben wir die relevanten lebensgeschichtlichen Daten, um auf die unbewusste Psychodynamik zu schließen. Dies soll am Beispiel einer Anamnese geübt werden, die von einem Kandidaten/einer Kandidatin vorgestellt wird. Das kann als Anamneseerhebung für die DPG-Ausbildung anerkannt werden. Wenn Sie selber zu diesem Termin eine Anamnese vorstellen möchten, melden Sie das bitte vorher bei Herrn Eschmann an.


E



Englisch, Monika:
[EK2+PsGV] Die Kunst des Anfangs: Einblicke in erste psychoanalytische Begegnungen
In ihrer bekannten Arbeit über ‚Die Kunst des Anfangs’ lässt uns Anita Eckstaedt einen Blick in ihr Behandlungszimmer nehmen. Sie zeigt anhand von ersten psychoanalytischen Begegnungen wie erste Übertragungsangebote entstehen, wie sie die Empfindungen und Gedanken des Behandlers beeinflussen und wie der unbewusste Gehalt von symbolischen Interaktionen ganz am Anfang von Behandlungen entschlüsselt werden kann. Im Seminar sollen ausgewählte Beispiele referiert werden, um zu zeigen wie durch den Prozess eines Gesprächs und seine anschließende Reflexion „erstaunliche Begegnungen immer mehr Sinn gewinnen.“ Nur wenn Behandler – wie auch die Teilnehmer des Seminars – sich dafür öffnen können, werden sie das Konflikthafte in dieser verdichteten Situation zunächst begreifen und dann analysieren können.
Eckstaedt, Anita (1995): Die Kunst des Anfangs. Psychoanalytische Erstgespräche. Frankfurt, M.
Eckstaedt, Anita (1991): Wie Patienten erzählen – psychoanalytische Dialogstrukturen. In: Freiburger Literaturpsychologische Gespräche, Bd. 11, hrsg. Von Johannes Cremerius
Argelander, Hermann (1967): Das Erstinterview in der Psychotherapie. Psyche, 21, 341-368

Englisch, Monika:
[FK] Theorie und Praxis interkultureller PT auf ethnopsychoanalytischer Grundlage. Teil I+II
Vor dem gesellschaftlichen Hintergrund der Migrations- und Fluchtbewegungen der vergangenen Jahrzehnte wie auch der Folgen der Globalisierung sind Psychotherapeuten und Psychoanalytiker in der Praxis zunehmend mit interkulturellen Begegnungen konfrontiert. In dem Maße wie die politische Diskussion über Integration größere Aktualität gewonnen hat, ist auch das wissenschaftliche Interesse an den innerpsychischen Verarbeitungsprozessen von Kulturwechseln oder Fluchterfahrungen gestiegen. Die Beschäftigung mit interkulturellen Aspekten in der therapeutischen oder psychoanalytischen Beziehung erfordert ein hohes Maß an Identifikations- und Kommunikationsfähigkeit, da in diesem Kontext auch die jeweils eigene kulturelle Identität immer wieder in Frage gestellt und reflektiert werden muss. Die ethnopsychoanalytischen Konzeptionen, die im Seminar referiert und diskutiert werden, sollen etwas beitragen zum Verständnis kultureller Differenz in psychotherapeutischen Prozessen. Ziel des Seminars ist es, durch eine Verknüpfung von Theorievermittlung und Praxisbezug, einen Zugang zur Arbeit mit Patienten unterschiedlicher kultureller Zugehörigkeiten zu finden. Dabei soll auf der Seite der 30 Therapeuten auch die jeweils eigene kulturelle Geprägtheit in ihrer Bedeutung für die kulturspezifische Dynamik von Übertragungs- und Gegenübertragungsprozessen reflektiert werden. Auf der Seite der Patienten gilt es, die psychischen Verarbeitungsprozesse von Migrations- oder Fluchterfahrungen nachzuzeichnen, die die Bewältigung schwerer, unter Umständen traumatisierender Verlust- und Trennungserfahrungen ebenso wie die Aneignung der neuen kulturellen Umgebung umfassen. (Grinberg und Grinberg, 1990, Wohlfart und Zaumseil

Englisch, Monika:
[FK] Theorien zur Geschlechterdifferenz II, Teil I+II
Im Verlauf der Prozesse der frühen Triangulierung werden die zuvor als unverbunden erlebten Beziehungen zu beiden Eltern - bis dahin nebeneinander existierende dyadische Beziehungen - miteinander in Verbindung gebracht. Erst wenn später die Dynamik der genitalen Entwicklung einsetzt werden sie zum ödipalen Dreieck ausgebaut. Die Bewältigung der Entwicklungsaufgaben der frühen Triangulierung erweist sich als komplex: Sie schließt die Bildung kohärenter Selbst- und Objektrepräsentanzen sowie die Wahrnehmung der Beziehungen zwischen den Objekten ein. Dieser Prozess umfasst außerdem bei beiden Geschlechtern die Herstellung der Geschlechtsidentität am Übergang von der präödipal-genitalen Phase zur ödipalen Phase. Im Seminar sollen verschiedene theoretische Ansätze zu dieser komplexen Entwicklung vorgestellt und diskutiert werden.
Literaturempfehlungen
Abelin, Ernst, L.: 1971 The Role of the Father. IN: McDevitt, J.B., Settlage, C.G. (Eds.): The Seperation-Individuation Process. New York
Fast, Irene: 1984 Gender Identity. A Differentiation Model. Hillsdale, N.J. The Analytic Press, (Dt.: Berlin, Springer, 1991)
Mertens, Wolfgang: 1992 Entwicklung der Psychosexualität und der Geschlechtsidentität. Bd. 1 u. 2, Stuttgart, Berlin, Köln
Person, Ethel Spector: 1999 Einige Rätsel des Geschlechts, In: Elke Brech, Karin Bell (Hg.), Weiblicher und männlicher Ödipuskomplex. Göttingen

Erhard, Carola:
[EK1] Freud - Topik. Teil I
Teil I: In seiner ersten topischen Konzeption des psychischen Apparates unterscheidet Freud die Systeme Bewusst, Vorbewusst und Unbewusst. Die zugrunde liegenden Annahmen und Funktionsweisen dieser Systeme werden vorgestellt, gemeinsam mit den damit verbundenen Mechanismen der Verdrängung und Abwehr.
Freud, S. (1900): Die Traumdeutung, VII. Kapitel, S 513/541 – 626
Freud, S. (1914): Zur Einführung des Narzissmus, GW X, S.138 - 170
Freud, S. (1913): Das Unbewusste, GW X, S.264 – 303
Freud, S.: Vorlesungen zur Einführung in die PA, GW XI, S.305
Freud, S. (1923): Das Ich und das Es, GW XIII, S. 246-267
Freud, S.: Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die PA, GW XV, S. 85.

Erhard, Carola:
[EK1] Freud - Topik. Teil II
Teil II: Zum besseren Verständnis der Entstehung psychischer Störungen und unbewusster Abwehrmechanismen führte Freud das Strukturmodell (Es, Ich und Über-Ich) des psychischen Apparates ein, das hier zusammen mit den dynamischen und ökonomischen Gesichtspunkten des Modells erläutert und diskutiert werden soll.

Erhard, Carola:
[FK] Literaturseminar zu Betty Joseph: Projektive Identifikation – Klinische Aspekte
Projektive Identifizierung ist nach Melanie Klein nicht zu trennen von der Entwicklungsphase der paranoid-schizoiden Position, die bei bestimmten psychischen Konstellationen im späteren Leben weiter besteht. In ihrem Artikel beleuchtet Betty Joseph, nach einer kurzen theoretischen Einführung, die technischen und klinischen Auswirkungen des massiven Einsatzes der projektiven Identifizierung auf die Arbeit mit Patienten. Ein Schwerpunkt der Lektüre liegt darin, den Kommunikationscharakter projektiver Identifizierung an ausgewählten Textstellen zu diskutieren.
Der Text ist im Kandidatenbereich hinterlegt.
Literatur: Elisabeth Bott Spillius (Hsg.): Melanie Klein Heute; S. 174 – 190

Eschmann, Rüdiger/Mahdavi, Roxana:
[FK] Über-Ich Störungen.
Anhand von Cremerius Aufsatz befassen wir uns mit Besonderheiten des Über-Ichs und typischen Merkmalen von Patienten, die vorwiegend an ihrem Über-Ich leiden und spezifische Schwierigkeiten in der Behandlung haben. „Wo Über-Ich war, soll Ich werden“, nach Cremerius. Diskutiert werden seine allgemeinen und speziellen Regeln für die Behandlungstechnik bei Über-Ich Patienten.
Lit: J. Cremerius, „Grenzen und Möglichkeiten der psychoanalytischen Behandlungstechnik bei Patienten mit Über-Ich-Störungen“ (Psyche 7, 1977)

Eschmann, Rüdiger:
[EK1] Einführung in die kulturtheoretischen Schriften Freuds.
Mit der Entdeckung des Unbewussten hatte Freud die Möglichkeit, neue Hypothesen aufzustellen über Kultur, Religion, Gesellschaft und Politik. Einige dieser Ideen werden am Beispiel von Freuds „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ (1921) vorgestellt. Sowohl deren historische Bedingtheit als auch ihre aktuelle Anwendbarkeit auf Phänomene wie Populismus und Terrorismus werden diskutiert.

Eschmann, Rüdiger:
[EK1] Was ist klassische Analyse?
Das Liegen, 3 oder 4mal die Woche, das Schweigen, die Zurückhaltung, das Ausfallshonorar? Oder ein bestimmtes Menschenbild, die Triebpsychologie? Oder eine Referenzliteratur, die Schriften von Freud? Alles irgendwie schon, aber doch nicht immer ganz Konsens unter „klassischen“ Psychoanalytikern, nie ganz spezifisch gegenüber anderen Verfahren. Es soll dann auch um Merkmale gehen, die impliziter Konsens sind und spezifisch von anderen Richtungen unterscheiden.

Eschmann, Rüdiger:
[FK] Das Konzept der projektiven Identifizierung
Das Konzept der Projektiven Identifizierung, eingeführt 1946 von Melanie Klein und zunächst in der psychoanalytischen Literatur nur wenig beachtet, durchlief eine bemerkenswerte Metamorphose und gewann eine große Bedeutung für die psychoanalytische Technik, insbesondere für den Umgang mit schwer gestörten Patienten, um zwischenmenschliche, auch nonverbale Interaktion zu beschreiben. Im klinischen Alltag wird oft aus heftigen Gegenübertragungsreaktionen und komplizierten Interaktionen auf eine Projektiven Identifizierung geschlossen, was nach Sandler aber auch zu einer „bequemen Pseudo-Erklärung“ werden kann. Es sollen wichtige Entwicklungen des Konzepts vorgestellt und anhand von Fallmaterial veranschaulicht werden.
Literatur:
Frank, C. & Weiß, H. (2007). Projektive Identifizierung – Ein Schlüsselkonzept der psychoanalytischen Therapie. Stuttgart: Klett-Cotta.


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