BIPP



Abstracts


Die Abstracts zu den curriculär angebotenen Seminaren sind alphabetisch nach Dozentennachnamen sortiert.
Neben den Abstracts gibt es auch zu den meisten Seminaren ausführliche Vorlesungsskripte, die im Kandidaten-/ Mitgliederbereich eingesehen und heruntergeladen werden können. Mitglieder, Kandidaten des BIPP sowie Teilnehmer des Masterstudiengangs psychoanalytische Kulturwissenschaften können die Zugangsdaten im Sekretariat des BIPP anfragen.




Abstracts alphabetisch nach Dozentennamen A-F


[EK+FK] Kandidatenversammlung für alle Aus- und Weiterbildungskandidaten des BIPP
Dieser Termin soll allen KandidatInnen die Möglichkeit zum allgemeinen Austausch geben, insbesondere Fragen zu Veranstaltungen, Curriculum und anderen Institutsbelangen können diskutiert werden. Kritik und Verbesserungswünsche sollen gesammelt werden, um sie zeitnah an die entsprechenden Gremien weiterleiten zu können.

A



Abendroth, Marlies/ Theiss-Abendroth, Peter:
[FK] Psychodynamische Psychosentherapie, Teil I+II

Psychotische Erkrankungen haben Freud zwar konzeptionell interessiert; ihre Behandlung hielt er jedoch aus grundsätzlichen Erwägungen für ausgeschlossen. Dennoch entwickelten seine Nachfolger von den 20er bis zu den 50er Jahren Verstehenszugänge und therapeutische Strategien für psychotisch erkrankte Individuen wie auch deren Familien. Die relativen Erfolge der Psychopharmakotherapie schienen psychoanalytische Methoden jedoch zunächst wieder zu delegitimieren. Doch inzwischen ist der Wert von Psychotherapie für psychotisch Erkrankte unumstritten. Das Seminar orientiert sich vor allem an den theoretischen Darstellungen der Arbeitsgruppen aus München und Frankfurt, aber auch an den wachsenden Erkenntnissen über die Rolle von Realtraumatisierungen in der Entstehung schizophrener Erkrankungen. Die Bedeutung dieser Konzepte soll an Behandlungsfällen belegt werden, auch um Mut zu machen, geeignete Psychosekranke in Behandlung zu nehmen.
Literatur
Freud S (1911): Psychoanalytische Bemerkungen über einen autobiographisch beschriebenen Fall von Paranoia (…) GW VIII; (1924) Neurose und Psychose GW XIII
Mentzos S (Hg.) (1995): Psychose und Konflikt.
Dümpelmann M (2001): Psychosen und affektive Störungen nach Traumatisierung. www.hs-magdeburg.de/fachbereiche/f-sgw/master/Psychiatrie/duempelmann_2001.pdf
Schwarz et al. (2006): Psychodynamik und Psychotherapie der Psychosen
Forum der psychoanalytischen Psychosentherapie (fortlaufend).

Abendroth, Marlies:
[FK] Niederfrequente psychoanalytische Psychotherapien

Tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapien sind wichtige Bestandteile der ambulanten therapeutischen Versorgung in unserem Gesundheitssystem. Eine Modifikation des analytischen Settings ist im Praxisalltag immer wieder erforderlich und wird häufig praktiziert. Was charakterisiert niederfrequente psychoanalytische Psychotherapien? Der Übergang zu tiefenpsychologisch fundierten Therapien ist fließend, aber es kommt bei der niederfrequenten analytischen Behandlung zu eigenen Gesetzmäßigkeiten (Stundenende, Interventionstechnik etc.). Diese werden vorgestellt und sollen diskutiert werden, ebenso wie die Indikation für die Modifikation: Welche Patienten brauchen was?
Zur besseren Anschauung wird eine Kasuistik aus eigener Praxis vorgestellt.
Literatur:
Lauer, Tangen-Petraitis: Behagen und Unbehagen in der niederfrequenten analytischen Psychotherapie. Forum Psychoanal (2014) 30: 377-393
Dreyer K-A (2006) Niederfrequente Psychoanalyse. Die Behandlung einer thrombotisch-thrombozytopenischen Purpura. Psyche-Z Psychoanal 60: 1077-1104
Dreyer K-A, Schmidt MG (Hrsg) (2008) Niederfrequente Psychoanalytische Psychotherapie. Theorie, Technik, Therapie. Klett-Cotta, Stuttgart

Abl, Gerald:
[FK] Narzißmus

Im ‚Zeitalter des Narzißmus’ ist in den Psychotherapien die Bezugnahme auf die erarbeiteten Konzeptionen zu narzißtischen Phänomenen unumgänglich. Zwar ergibt sich oftmals der Eindruck, dass narzißtische Persönlichkeiten vorzugsweise eine gesellschaftliche Position anstreben, in der sie für sich geeignete Bedingungen zur Bestimmung ihrer Umgebung nach ihren Bedürfnissen finden und eine psychotherapeutische Hilfe erst anneh-men, wenn eine grundlegende Dekompensation unabwendbar wurde, aber dann ist eine geeignete Therapieform besonders wichtig. Darüber hinaus finden sich narzißtische Aspekte mehr oder weniger allen Psychotherapien.
Seit Freud dazu ein grundlegendes Konzept erarbeitet hat, wurden wesentlich andere und davon durchaus unter-schiedliche Konzeptionen entwickelt, die in ihren Grundzügen nachvollziehbar gemacht werden sollen.
FREUD, SIGMUND (1999): Zur Einführung des Narzißmus. Aus: Ders.: Gesammelte Werke. Bd. X, A. Freud u.a. (Hrsg.), Fischer, Frankfurt am Main. S. 137 – 171.
KERNBERG, OTTO F. (1978): Borderline-Störungen und pathologischer Narzißmus. Übers. aus dem Amerikan. (Hermann Schultz), Suhrkamp, Frankfurt am Main.
KOHUT, HEINZ (1981): Narzißmus. Eine Theorie der psychoanalytischen Behandlung narzißtischer Persön-lichkeitsstörungen. Übers. aus dem Amerikan. (Lutz Rosenkötter), 3. Aufl., Suhrkamp, Frankfurt am Main.

Alpermann, Mechthild:
[EK2] ‘Der kompetente Säugling‘ – neuere präverbale Entwicklungstheorien, Teil I+II

In die grundlegende psychoanalytische Theorienbildung Freuds flossen bereits seine eigenen unsystematischen zeitgemäßen Beobachtungen über kindliches Verhalten ein (siehe z.B. Freuds „Ödipuskomplex“). Durch weitere Einbeziehung historisch-anamnestischer Überlegungen schloss er auf die notwendige Existenz eines Unbewuss-ten. Die nachfolgende Generation entwicklungspsychologisch engagierter Analytiker z.B. Klein, Winnicott, Spitz, Bowlby und Mahler bestätigten oder präzisierten mit ihren Erkenntnissen die bereits bestehenden Konzepte. Der wachsende Einfluss weiterer empirischer Forschungsergebnisse für ein heutiges entwicklungspsychologisch untermauertes psychoanalytisches Denken setzte sich fort und findet z.B. im „Mentalisierungskonzept“ von Fonagy und dem Konzept des „virtuellen Selbst“ von seinen Niederschlag. Die Beschäftigung mit relevanten Forschungserkenntnissen kann die eigene therapeutische Aufmerksamkeit auf ganz neue Bereiche und Erfah-rungen in der frühen Lebensgeschichte lenken und dafür in der regressiven therapeutischen Situation sensibilisie-ren. Das Wissen um gesunde und gestörte Interaktionen, Defizite und Versagungen können das Verständnis für die Art und Weise der resultierenden frühen Strukturbildung verbessern und für das Verstehen der Interaktion zwischen TherapeutIn und PatientIn hilfreich sein.
Literatur
Baumgart, M. (1991): Psychoanalyse und Säuglingsforschung: Versuch einer Integration unter Berücksichtigung methodischer Unterschiede. Psyche, 45(9), 780-809.
Dornes, M.(2001): Die frühe Kindheit: Entwicklungspsychologie der ersten Lebensjahre. Frankfurt/M. Geist und Psyche. Fischer.
Dornes, M. (1993): Der kompetente Säugling. Die präverbale Entwicklung des Menschen.
Dornes, M. (2002): Der virtuelle Andere. Aspekte vorsprachlicher Intersubjektivität. Forum Psychoanalyse 18:303-331.
Fonagy, P., Gergely, G., Jurist, E.L., Target, M. (2004):. Affektregulierung, Mentalisierung und die Entwicklung des Selbst.

Alpermann, Mechthild:
[EK2] Objektbeziehungstheorie. Teil I+II

Verschiedene Objektbeziehungstheorien vermitteln Einsichten in die Entstehung des Erlebens und der Wechsel-wirkung von intrapsychischen Repräsentanzen und der äußeren Realität, die sich auf die Struktur des Ichs und die Formen der Konfliktbewältigung auswirken. Dem ursprünglich Triebhaften und anderen Motivationssystmen kommen dabei unterschiedliche Gewichtungen zu. Die Theorien sollen vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden.
Literatur
J. Sandler u. A.-M. Sandler (1999): Innere Objektbeziehungen.
Winnicott (2002): Reifungsprozesse und fördernde Umwelt. Studien zur Theorie der emotionalen Entwicklung.
Kernberg (1992): Objektbeziehungen und Praxis der Psychoanalyse.

Altrichter, Viola:
[EK+FK] Das magische Objekt in der Moderne - "eine anthropologische Konstante?"

Bevor wir uns mit der bis heute wirksamen Beseelung und Besetzung von Zeichen und Objekten beschäftigen, ist es den Versuch wert, die Grundlagen zum Verständnis des Fetischglaubens zu legen. Dabei soll der Bogen von den archaischen Kulturen bis zu unserer heutigen Zivilisation geschlagen werden unter Berücksichtigung eines bewußtseinsanalytischen Ansatzes, welcher die menschheitsgeschichtliche Entwicklung vom magischen über das mythische zum mentalen Bewußtsein reflektiert. Dabei ist es von besonderem Interesse, den Schwerpunkt auf die kritische Betrachtung der verborgenen magischen und mythischen Aufladung in der vornehmlich mental orientierten Moderne zu legen und zu fragen, welche religiösen Besetzungen die Fetische der Moderne mit ihren typischen Inszenierungsformen der Massenkultur aufweisen. Das heißt: aus welchen verdrängten magischen wie mythischen Schichten des Bewußtseins haben diese ihre säkularisierten Inhalte wie Formen er - und behalten?

B



Baldanza, Mirella/ Barth-Stopik, Adelheid/ Eschmann, Rüdiger:
[EK+FK] Die verschiedenen Behandlungsansätze in der PA

Anhand von Behandlungsfällen, die von Ausbildungskandidaten vorgetragen werden, sollen verschiedene per-sönliche Sichtweisen und Behandlungskonzepte gegenüber gestellt und in ihrer Differenz diskutiert werden. Ziel der Veranstaltung ist es, die faktisch vorhandene Parallelität verschiedener Ansätze und Sichtweisen anzuerken-nen und die vorhandenen Differenzen aus den jeweiligen verschiedenen Kontexten verständlich zu machen.

Baldanza, Mirella:
[EK2] Einführung in die kleinianische Entwicklungstheorie, Teil I+II

Nach einem kurzen historischen Überblick werde ich in der Einführung in die kleinianische Entwicklungstheorie einige zentrale Konzepte, vor allem die Annahme von „inneren Objekten“ und „ubw Phantasien“ wie auch das Konzept der „projektiven Identifizierung“ darstellen. Anhand von klinischen Fallvignetten möchte ich jeweils die theoretischen Annahmen verdeutlichen und mit den Teilnehmern diskutieren.
Literatur
Hanna Segal: Melanie Klein – Eine Einführung in ihr Werk. Ed.Diskord
Claudia Frank/Heinz Weiß (Hrsg.) Kleinianische Theorie in klinischer Praxis
Schriften von Elizabeth Bott Spillius, Klett Cotta Verlag (2002)
Rosemarie Kennel/Gertrud Reerink (Hg.) Klein, Bion – Eine Einführung, Ed.Diskord (2002)

Balz, Monika / Englisch, Monika/ Menke, Wilhelm:
[EK+FK] Die verschiedenen Behandlungsansätze in der PA

Anhand von Behandlungsfällen, die von Ausbildungskandidaten vorgetragen werden, sollen verschiedene per-sönliche Sichtweisen und Behandlungskonzepte gegenüber gestellt und in ihrer Differenz diskutiert werden. Ziel der Veranstaltung ist es, die faktisch vorhandene Parallelität verschiedener Ansätze und Sichtweisen anzuerken-nen und die vorhandenen Differenzen aus den jeweiligen verschiedenen Kontexten verständlich zu machen.

Balz, Monika/ Schöne, Dorothee E./ Wiesweg, Heinrich
[EK+FK] Die verschiedenen Behandlungsansätze in der PA

Anhand von Behandlungsfällen, die von Ausbildungskandidaten vorgetragen werden, sollen verschiedene per-sönliche Sichtweisen und Behandlungskonzepte gegenüber gestellt und in ihrer Differenz diskutiert werden. Ziel der Veranstaltung ist es, die faktisch vorhandene Parallelität verschiedener Ansätze und Sichtweisen anzuerken-nen und die vorhandenen Differenzen aus den jeweiligen verschiedenen Kontexten verständlich zu machen.

Balz, Monika:
[EK1+PsGV] Anamnesenerhebung. Praxisseminar – modellhafte Erstellung eines Berichts, Teil I+II

In diesem Seminar wird speziell auf (in Anamnesesupervisionen) häufig beobachtete Schwierigkeiten bei der Anamnesenerhebung- und Psychodynamikerkennung eingegangen. Außerdem geht es um die weitere Einübung und Handhabung des BIPP-Anamnese-Schemas.
Beim zweiten Termin wird speziell auf (in Anamnese–Supervisionen) häufig beobachtete Schwierigkeiten bei der Anamnesenerhebung und Psychodynamikerkennung eingegangen. Außerdem geht es um die weitere Einübung und Handhabung des BIPP-Anamnese-Schemas.

Balz, Monika:
[EK2] Behandlungstechnik: Umgang mit Schamkonflikten

Scham erfasst das ganze Selbst. (Wurmser 2007) Sie kann blitzartig den ganzen Körper überfluten, und ruft sichtbare vegetative Reaktionen hervor (wie Erröten, Erblassen, Erstarren) welche dann wiederum zu Scham führen. In jeder mitmenschlichen Beziehung besteht die Gefahr der beschämenden Bloßstellung. Aber ganz besonders wird diese Gefahr gespürt in der Psychoanalytischen Behandlungsstunde, in der man unzensiert alles sagen soll was einem einfällt. Verstärkt wird die Situation noch dadurch, dass der Analytiker sich selbst nicht zeigt, und man noch nicht einmal seine Reaktion durch Beobachtung der Mimik kontrollieren kann. Es gibt kaum eine psychoanalytische Sitzung, in der Scham nicht auftaucht. Oft nur wird das nicht bemerkt, denn das Erleben und Aussprechen von Schamgefühlen ist bereits ebenfalls schamhaft besetzt. Scham wird manchmal abgewehrt durch verschiedene Mechanismen, welche dann das gesamte Übertragungsgeschehen einfärben können, beispielsweise durch: emotionale Kälte, Intellektualisierung, hochmütige Distanziertheit, subtile (bis grobe) Verachtung anderer... Hier wird die Beschämung und Verachtung die der Pat fürchtet, aktiv auf den Analytiker, und - oder auf dritte - umgelenkt. Dies kann manchmal dazu führen, dass sich dann der Analytiker in der Gegenübertragung vom Patienten beschämt fühlt. Eine Abwehrformen der Scham kann sich auch verbergen hinter vorwegnehmender Selbsterniedrigung: Hier wird versucht, dem befürchteten Angriff vorher zu kommen, und somit den Prozess zu kontrollieren. In der Vorlesung wird eingegangen auf Auslöser für Scham, auf den bedeut-samen Unterschied zwischen Scham – und Schuldgefühlen, welche manchmal gegensätzlich im Konflikt zueinander stehen können, sowie auf die Entstehung der Scham in der Genese. Anhand von Fall- Beispielen wird beschrieben, dass man durch Beschämung und Verachtung wirksamer Unterwerfung unter Normen erzwingen kann, als durch Bestrafung). Die Urangst der Scham ist die Angst, vom Liebesobjekt, oder der ganzen menschlichen Gemeinschaft nicht mehr als (achtens – und liebens-) würdiges menschliches Wesen angesehen, und des-halb verspottet, verlassen und ausgeschlossen zu werden. Für einen Patienten, der in seiner Genese für das Zeigen von authentischen Gefühlen und Wünschen sehr beschämt wurde, müssen das analytische Setting und das freie Assoziieren also sehr ängstigend sein. Die Analysestunde stellt jedoch auch eine exhibitionistische Versuchungssituation dar, da in ihr der Wunsch des Patienten, in seiner Authentizität gesehen, angenommen und bewundert zu werden, wecken kann. Diese erweckten exhibitionistischen Wünsche jedoch können dann wiederum Angst vor Kontrollverlust führen, und somit die Beschämungsangst verstärken.
Ziel der Vorlesung ist es, ein Verständnis für diese Schamkonflikt- Mechanismen zu vermitteln. Dieses soll dann dazu beitragen in den eigenen Behandlungen ihre Auswirkungen auf die Übertragung – und Gegenübertragung zu erkennen. Es werden hierzu Beispiele aus eigener Praxis vorgestellt. Beispiele aus dem Zuhörerkreis sind willkommen!
Literatur: Wurmser , L - Die Maske der Scham (Springer Verlag Dietmar Klotz 2007)

Born, Alexandra/ Citron, Gertrud/ Heußer, Angelika
[EK1] Studieneinführung: Die Struktur und der Ausbildungsrahmen des BIPP und des DPG-Instituts am BIPP

Diese Einführungsveranstaltung möchte den Rahmen bieten, auftauchende Fragen hinsichtlich der Struktur, der Ausbildungsabläufe, verschiedener Aus- und Weiterbildungsgänge und Prüfungsbedingungen offen auszutauschen, da erfahrungsgemäß diese erst konkret werden, wenn die Aus- und Weiterbildung von Kandidaten begonnen wurde.

Braun, Christoph:
[FK] Die Kostenerstattung

Voraussetzungen, Rahmenbedingungen, Möglichkeiten und aktuelle Probleme des therapeutischen Arbeitens im Kostenerstattungsverfahren.

Braun, Christoph:
[FK] Literaturseminar Paula Heimann: Bemerkungen zur Gegenübertragung - zwei Texte von 1950 und 1960, Teil I+II

Gemeinsame Lektüre und Diskussion zweier kurzer "klassischer" Texte zur Gegenübertragung und ihrer Verwendung. Die Texte stehen zur Vorbereitung im geschlossenen Mitgliederbereich der Homepage des BIPP.

Braun, Christoph:
[FK] Das Imaginäre bei Lacan, Teil I (von III)

Das Imaginäre bildet neben dem Symbolischen und dem Realen eines der drei Register, in denen Lacan die Phänomene und Vorgänge in der Psychoanalyse erfasste und zu denken versuchte. Die ersten Überlegungen dazu reichen bis in die 1930er Jahre zurück, blieben aber - mit Umarbeitungen - bis zu Lacans Tod 1981 relevant.
Grundlage ist das sog. „Spiegelstadium“ (in seinen verschiedenen Entwicklungsetappen). Dabei geht es insbe-sondere um die für die Psychoanalyse zentrale Frage der Bildung und den Stellenwert des bewussten Ichs (im Gegensatz zum Unbewussten bzw. dem Triebhaften) sowie um das Verhältnis zum Körper (Körperbild). Darauf aufbauend wird Lacans bisher wenig beachtete Narzissmustheorie vorgestellt; außerdem findet sich bei Lacan eine frühe Theorie der Intersubjektivität (sic!), die bisher kaum gewürdigt wurde. Schließlich lässt sich anhand des Spiegelstadiums Lacans originelle Aggressionstheorie erläutern. Alle genannten Themen werden anhand von Fallmaterial aus der psychoanalytischen Praxis, klinischen Beobachtungen oder griffigen Alltagsbeispielen veranschaulicht.
Als Beispiel für den Einfluss der Psychoanalyse über das klinische Feld hinaus, wird die v.a. in Kunst- und Kulturwissenschaften breit rezipierte „Spaltung von Auge und Blick“ anhand von Beispielen aus Malerei und Film vorgestellt.

Brenner, Kristina/ Heimerl, Bernd:
[FK] Literaturseminar S. Freud: Das Unheimliche

Der Begriff des Unheimlichen wurde von Freud in seinem Essay Das Unheimliche (1919) zunächst etymologisch untersucht. Er folgerte über die Herleitung des Wortes unheimlich aus dem Heimischen zu der Erkenntnis, dass unheimlich nur ist, was uns einst nah vertraut und Altbekannt, also heimisch war. Das Unheimliche bezeichnet das „Nicht-Heimliche“, das Angst erzeugt, weil es einem Verdrängten entspringt. Unheimlich wirkt auf uns, was an Reste im Unbewussten erinnert und im Stadium der Latenz bedrohlich erscheint.
Heimlich ist für Freud ein Wort, das seine Bedeutung nach seiner Ambivalenz und seinem Gegensinn hin entwickelt, bis es endlich mit seinem Gegensatz unheimlich zusammenfällt.
Literatur
Freud, Sigmund (1919): Das Unheimliche. GW XII, 229-268.
Rank, Otto (1912): Der Doppelgänger: eine psychoanalytische Studie. Turia & Kant (1993)


Brüggen, Wilhelm:
[EK1] Vorlesung zur Einführung in die Psychoanalyse Freuds, Teil I+II

An Hand der 27. und 28. Vorlesung der Freudschen Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse möchte ich einen ersten Einblick in das Freudsche Konzept der Psychoanalyse geben, um von dort aus ermessen zu können, welch weite, teilweise sehr widersprüchliche und verwirrende Wege die Psychoanalyse seit dieser Zeit gegangen ist, denn „man versteht die Psychoanalyse immer noch am besten, wenn man ihre Entstehung und Entwicklung verfolgt.“ (Freud 1923, Psychoanalyse und Libidotheorie, GW XIII, S. 211).
Literatur
Freud Sigmund (1916-17): “Vorlesung zur Einführung in die Psychoanalyse“ und dort insbesondere die 27. sowie die 28. Vorlesung über die Übertragung und die analytische Therapie. Studienausgabe Band I, Seite 415 – 445, GW B. XI, S. 447 – 483
Das Skript zur Veranstaltung ist im Mitgliederbereich einsehbar.

Brüggen, Wilhelm:
[EK1+PsGV] Allgemeine Krankheitslehre Freuds, Teil I+II

Freud entwickelte eine Vorstellung von der psychodynamischen Entstehung der Neurosen, die an einigen ent-scheidenden Punkten von den heute in den psychoanalytischen Lehrbüchern vertretenen Konzepten abweicht. Auch wenn man über die Aktualität seiner Konzeption inzwischen sicher unterschiedlicher Meinung sein kann, ist es für das Verständnis der heute im Mittelpunkt stehenden neoanalytischen und objektbeziehungstheoretischen Konzepte unverzichtbar, die ursprüngliche Auffassung zu kennen, von der sie sich kritisch absetzen. Während des ersten Termins möchte ich das Freudsche Grundmodell kurz vorstellen und Gelegenheit geben, an Hand dieses Modells die Freudsche Verwendung der wichtigsten metapsychologischen Begriffe im gemeinsamen Gespräch zu rekonstruieren. Im zweiten Teil werde ich dann auf einige wichtige Unterschiede zu den verschiedenen, heute gebräuchlichen psychoanalytischen Krankheitsmodellen näher eingehen.
Leider hat Freud seine Neurosentheorie nirgendwo abschließend zusammengefasst. Stattdessen gibt es viele verschiedene, über seine gesamte psychoanalytische Schaffensperiode verstreute Ausführungen. Folgende Texte sind dabei von besonderer Bedeutung: „Die Abwehr-Neuro-Psychosen“(1894), „Das Unbewusste“ (1915), „Übersicht der Übertragungsneurosen“ (1915, veröffentlicht 1985 von Grubrich-Simitis), „Realitätsverlust bei Neurose und Psychose“ (1924) sowie „Hemmung, Symptom und Angst“ (1926). Für eine erste Vorbereitung ist der Text „Das Unbewusste“ aus meiner Sicht am besten geeignet (vgl. Das Unbewusste, in: Studienausgabe Bd. III, S. 121-173 und in: GW, Bd. X, S. 264-303).
Das Skript zur Veranstaltung ist im Mitgliederbereich einsehbar.

Brüggen, Wilhelm:
[EK2] Französische Psychoanalyse: Die allgemeine Verführungstheorie Laplanches und was Lacan dazu sagen würde, Teil I+II

Die „Allgemeine Verführungstheorie“ bildet den gegenwärtig theoretisch wohl anspruchsvollsten und angesichts neuerer entwicklungspsychologischer Befunde einzig noch konkurrenzfähigen Versuch, am Freudschen Konzept der infantilen Sexualentwicklung festzuhalten. Zugleich gibt sie einen guten Einblick in die Besonderheiten der französischen Psychoanalyse. In diesem Einführungsseminar sollen die Grundprämissen des Laplanche’schen Konzeptes einleitend rekapituliert werden, um dann anhand des Laplanche’schen „Übersetzungsmodells“ und seines „Verführungsbegriffs“ die klinisch-behandlungstechnischen Konsequenzen seiner „Allgemeinen Verfüh-rungstheorie“ zu diskutieren.
Literatur
Die meines Wissens erste deutschsprachige Veröffentlichung der Allgemeinen Verführungstheorie findet sich in dem Aufsatz: „Von der eingeschränkten zu der allgemeinen Verführungstheorie“ In: Laplanche, J. (1988): Die allgemeine Verführungstheorie und andere Aufsätze. S. 199-233. Eine aktuellere, leichter lesbarere und auch komprimiertere Fassung enthält der Aufsatz „Die rätselhaften Botschaften des Anderen und ihre Konsequenzen für den Begriff des Unbewussten im Rahmen der allgemeinen Verführungstheorie“. In: Psyche, Okt. 2004, 58 Jg. Heft 9/10, S. 898-913. In Bezug auf die klinische Anwendung des Laplanche’schen Konzeptes bietet der Aufsatz von Thomas Eichhorn: „Die Relevanz metapsychologischer Überlegungen für die Praxis der Psychoanalyse“ eine gute Einführung. In: Bayer, L., Quindeau, I. (Hg): Die unbewusste Botschaft der Verführung. Interdisziplinäre Studien zur Verführungstheorie Jean Laplanches 2004. Psychosozialverlag Gießen. S. 31-57. Weitere Ausführungen zum Laplanche’schen Übersetzungsmodell und zu seinem Begriff der Verführung enthält der Aufsatz von Udo Hock: „Botschaft und Übersetzung“ (in: ebenda, S. 121-137). Das Skript zur Veranstaltung ist im Mitgliederbereich einsehbar.

Brüggen, Wilhelm:
[FK] Konzepte der Trauer – Freud, Derrida, Buttler u.a. Teil I+II

Abstract folgt

Burkard, Matthias / Citron, Gertrud/ Schaper, Barbara:
[EK+FK] Die verschiedenen Behandlungsansätze in der TP

Anhand von Behandlungsfällen, die von Ausbildungskandidaten vorgetragen werden, sollen verschiedene per-sönliche Sichtweisen und Behandlungskonzepte gegenüber gestellt und in ihrer Differenz diskutiert werden. Ziel der Veranstaltung ist es, die faktisch vorhandene Parallelität verschiedener Ansätze und Sichtweisen anzuerken-nen und die vorhandenen Differenzen aus den jeweiligen verschiedenen Kontexten verständlich zu machen.

Burkard, Matthias / Koch, Johannes:
[FK] Stationäre und ambulante TfP

In der Vorlesung „Stationäre und ambulante TfP“ werden wir zentral in das Modell multimodaler stationärer Psychotherapie nach Janssen einführen und dieses Modell am Beispiel der Wiegmann-Klinik und des TWW plastisch erläutern. Eine Abgrenzung verschiedener Arten stationärer Psychotherapie (internis-tisch/psychiatrisch/psychosomatisch/Reha) soll getroffen werden und es wird der Frage nachzugehen sein, ob stationäre PT ein eigenständiges Verfahren tiefenpsychologischer Therapie darstellt. Die zentralen Begriffe stationärer PT (multipersonale Übertragung, Übertragungsgestalt, intensive Teamarbeit, besondere Rahmenbedingungen) werden vorgestellt und erläutert. Indem wir die Indikationen stationäre Psychotherapie herausarbeiten, beschäftigen wir uns mit der Abgrenzung stationärer und ambulanter Psychotherapie und mit der Frage, wofür wir stationäre Therapie überhaupt benötigen.

Burkard, Matthias:
[EK1] Psychosomatische Differentialdiagnostik

Eine gute Differentialdiagnose psychosomatischer Erkrankungen erlaubt die Möglichkeiten und Erfolge einer Psychotherapie richtig einzuschätzen.Die Bedeutung der Schwere von körperlichen Symptomen für die Psychotherapie sollte im Seminar dargestellt und von den Teilnehmern dann auch in der eigenen praktischen Tätigkeit gekannt werden.

Burkard, Matthias:
[EK2+PsGV] Diagnose und Therapie schwerer Persönlichkeitsstörungen, Teil I+II

Persönlichkeitsstörungen und speziell die Borderline-Persönlichkeitsstörung nehmen unter unseren Patienten immer mehr zu – vielleicht auch nur, weil sich unser diagnostischer Blick geschärft hat. In diesem Seminar sollen die Konflikte und strukturellen Besonderheiten bei Persönlichkeitsstörungen vermittelt werden. Es lohnt und führt zu einem besseren Verständnis, schwere Persönlichkeitsstörungen unter allen vier psychodynamischen Theorien (der Triebpsychologie, der Ich-Psychologie, der Objektbeziehungstheorie und der Selbstpsychologie) zu verstehen. Im zweiten Teil sollen Überlegungen und besondere Schwierigkeiten in der Therapie behandelt werden.
Literatur:
Kernberg: Borderline-Störung und pathologischer Narzißmus, Suhrkamp 1978
Kernberg: Psychodynamische Therapie bei Borderline-Patienten, Huber 1992
Rudolf: Strukturbezogene Psychotherapie, Schattauer 2004
Lohmer: Borderline-Therapie, Schattauer 2005

Burkard, Matthias:
[FK] Die Objektbeziehungstheorie von Donald W. Winnicott

In der Vorlesung „Die Objektbeziehungstheorie von Donald W. Winnicott“ wollen wir diesen wichtigen Vertreter der Gruppe der Unabhängigen oder der Middle-Group der britischen psychoanalytischen Gesellschaft anhand von ausgewählten Texten vorstellen. Seit den 30ger Jahren entwickelte Winnicott eine eigene und auch eigenwil-lige Objektbeziehungstheorie, die einen gegenüber Freuds Triebpsychologie deutlich veränderten Blick auf die psychische Wirklichkeit des Menschen wirft. Zentrale theoretische Begriffe wie Übergangsobjekt, primäre Müt-terlichkeit und fördernde Umwelt werden erarbeitet.
Eine besondere Relevanz hat dieser Vertreter der britischen Objektbeziehungstheorie auch dadurch erlangt, dass er als Wegbereiter der Selbstpsychologie und der intersubjektiven/ relationalen Psychoanalyse angesehen wird.
Literaturempfehlungen:
D. W. Winnicott: Von der Kinderheilkunde zur Psychoanalyse, Geist und Psycho 1997
D. W. Winnicott: Reifungsprozesse und fördernde Umwelt, Psychosozailverlag 2001
D. W. Winnicott: Vom Spiel zur Kreativität, Klett-Cotta 1973

C



Citron, Gertrud:
[EK1+PsGV] Spezielle Neurosenlehre: Angst, Teil I+II

Angst ist ein wichtiges Sensorium, das vor Gefahren schützt und zu Gegenmaßnahmen veranlasst. Ein Zuviel oder Zuwenig an Angst kann jedoch zu Störungen führen. In diesem Seminar geht es im ersten Teil um wesentliche theoretische Konzepte von und seit Freud. Im Anschluss sollen klinische Beispiele verschiedener Angstfor-men entlang der Ich-Entwicklung dargestellt werden.

Citron, Gertrud:
[FK] Literaturseminar S. Freud: Hemmung, Symptom und Angst

Abstract folgt


D



Deter, Hans-Christian:
[EK2+PsGV] Spezielle Psychosomatik
-Herzkreislauferkrankungen in der Psychotherapie
Patienten, die eine Psychotherapie wünschen, haben unter Umständen körperliche Erkrankungen, die bei einer Diagnose- und Indikationsstellung und für eine sich anschließende Psychotherapie berücksichtigt werden sollten.
Psychosomatische Verursachung funktioneller Herzbeschwerden, der essentiellen Hypertonie und der Koronaren Herzerkrankung werden besprochen und die Bedeutung dieser Erkrankungen bei einer tiefenpsychologischen oder psychoanalytischen Psychotherapie diskutiert.

E



Englisch, Monika:
[EK2+PsGV] Die Kunst des Anfangs: Einblicke in erste psychoanalytische Begegnungen

In ihrer bekannten Arbeit über ‚Die Kunst des Anfangs’ lässt uns Anita Eckstaedt einen Blick in ihr Behand-lungszimmer nehmen. Sie zeigt anhand von ersten psychoanalytischen Begegnungen wie erste Übertragungsan-gebote entstehen, wie sie die Empfindungen und Gedanken des Behandlers beeinflussen und wie der unbewusste Gehalt von symbolischen Interaktionen ganz am Anfang von Behandlungen entschlüsselt werden kann. Im Seminar sollen ausgewählte Beispiele referiert werden, um zu zeigen wie durch den Prozess eines Gesprächs und seine anschließende Reflexion „erstaunliche Begegnungen immer mehr Sinn gewinnen.“ Nur wenn Behandler – wie auch die Teilnehmer des Seminars – sich dafür öffnen können, werden sie das Konflikthafte in dieser ver-dichteten Situation zunächst begreifen und dann analysieren können.
Literatur
Eckstaedt, Anita (1995): Die Kunst des Anfangs. Psychoanalytische Erstgespräche. Frankfurt, M.
Eckstaedt, Anita (1991): Wie Patienten erzählen – psychoanalytische Dialogstrukturen. In: Freiburger Literatur-psychologische Gespräche, Bd. 11, hrsg. Von Johannes Cremerius
Argelander, Hermann (1967): Das Erstinterview in der Psychotherapie. Psyche, 21, 341-368

Erhard, Carola/ Heimerl, Bernd/ Llorca, Ángeles (AG Film am BIPP)
[EK+FK] Einführung in die Psychoanalyse: ein „Psychoanalytic Thriller“: Geheimnisse einer Seele (dt. Spielfilm von G. W. Pabst, 1926, 75 min)

Begrüßungsveranstaltung für alle AusbildungskandidatInnen im BIPP zur Einstimmung ins neue Semester.
Geheimnisse einer Seele wurde als „psychoanalytischer Film“ beworben und ist ein historisches Juwel. Die wissenschaftliche Beratung erfolgte durch Karl Abraham und Hanns Sachs.
Der Film erzählt die Geschichte eines Mannes, bei dem neurotische Symptome auftreten und der dank psycho-analytischer Methoden davon geheilt wird. Die Frage stellt sich, um welche Geheimnisse es sich handelt. Dem Filmtitel wurden verschiedene Untertitel – nämlich „psychoanalytischer Film“ und „psychoanalytisches Kam-merspiel“ – hinzugefügt, um das Thema zu verdeutlichen. Denn Pabst wollte „einen dokumentarischen Kran-kenbericht auf wissenschaftlicher Grundlage geben“; kurz: einen Spielfilm über die damals populäre Psychoanalyse drehen. Er stützte sich dabei auf faktische Aussagen: So rekonstruierte der Film „eine von Freud beschrie-bene Fallgeschichte“.
Nach der Filmvorstellung möchten wir zur gemeinsamen Diskussion über die Darstellung der Psychoanalyse und der Geheimnisse im Film einladen und stimmen Sie dadurch auf das neue Semester am BIPP ein.

Erhard, Carola/ Maiss, Cristiane/ NN:
[EK+FK] Die verschiedenen Behandlungsansätze in der TP
Anhand von Behandlungsfällen, die von Ausbildungskandidaten vorgetragen werden, sollen verschiedene persönliche Sichtweisen und Behandlungskonzepte gegenüber gestellt und in ihrer Differenz diskutiert werden. Ziel der Veranstaltung ist es, die faktisch vorhandene Parallelität verschiedener Ansätze und Sichtweisen anzuerken-nen und die vorhandenen Differenzen aus den jeweiligen verschiedenen Kontexten verständlich zu machen.

Erhard, Carola:
[EK1] Freud – Topik, Teil I+II

Teil I: In seiner ersten topischen Konzeption des psychischen Apparates unterscheidet Freud die Systeme Be-wusst, Vorbewusst und Unbewusst. Die zugrunde liegenden Annahmen und Funktionsweisen dieser Systeme werden vorgestellt, gemeinsam mit den damit verbundenen Mechanismen der Verdrängung und Abwehr.
Teil II: Zum besseren Verständnis der Entstehung psychischer Störungen und unbewusster Abwehrmechanismen führte Freud das Strukturmodell (Es, Ich und Über-Ich) des psychischen Apparates ein, das hier zusammen mit den dynamischen und ökonomischen Gesichtspunkten des Modells erläutert und diskutiert werden soll.Literatur
Freud, S. (1900): Die Traumdeutung, VII. Kapitel, S 513/541 – 626
Freud, S. (1914): Zur Einführung des Narzissmus, GW X, S.138 - 170
Freud, S. (1913): Das Unbewusste, GW X, S.264 – 303
Freud, S.: Vorlesungen zur Einführung in die PA, GW XI, S.305
Freud, S. (1923): Das Ich und das Es, GW XIII, S. 246-267
Freud, S.: Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die PA, GW XV, S. 85.

Erhard, Carola:
[FK] Literaturseminar Eric Brenman: Vom Wiederfinden der guten Objektbeziehung

Die Arbeit von Eric Brenman behandelt den gesetzmäßigen Niederschlag von Trauma und kumulativem Trauma in einem mörderischen Über-Ich. Er integriert Freuds und Melanie Kleins Arbeiten zu Melancholie und Bions Beschreibungen einer pathologischen Über-Ich Entwicklung.
Die zentrale Frage, die Brenman in seinem Artikel aufwirft, ist, wie die gute Objekt-beziehung wiederherzustellen ist, die auf dem Weg von der paranoid-schizoiden zur depressiven Position und bei der Modifikation des strengen Über-Ich eine Hilfe ist.
Ich empfehle die Lektüre des angegebenen Artikels, damit wir zu einer lebendigen Diskussion kommen.
Literatur: Eric Brenman: Vom Wiederfinden des guten Objekts (Jahrbuch der Psychoanalyse, Beiheft 26) S. 149 - 167

Erhard, Carola:
[FK] Übertragung und Gegenübertragung in der Behandlung von Patienten mit Perversionen, Teil I+II

Übertragung und Gegenübertragung in der Behandlung von Patienten mit Perversionen
Nach einem Überblick über die historische Entwicklung des Begriffs der Perversion soll zunächst die psychoanalytische Definition von Perversion umrissen werden, die ein breites Spektrum von Bedeutungsinhalten umfasst. Wir wenden uns dann der Frage zu, welche theoretischen Konzepte und Beobachtungen perverser Übertragungsmanifestationen sich in der psychoanalytischen Literatur finden lassen.
Weiterhin gehe ich darauf ein, wie sich diese in der historischen Entwicklung des psychoanalytischen Denkens und in den verschiedenen schulenspezifischen Kontexten wieder spiegeln.
Aus den vorherrschenden Abwehrmechanismen bei Perversionen, wie vertikale Spaltung, narzisstische Großar-tigkeit und Sexualisierung ergeben sich behandlungs-technische Implikationen, die speziell in Bezug auf das Übertragungs- Gegenübertragungsgeschehen untersucht werden.
Anhand des Textes von John Steiner und weiteren klinischen Fallbeispielen sollen die therapeutischen Interventionen beleuchtet und diskutiert werden.
Literatur:
Steiner, John: Orte des seelischen Rückzugs (2013), Kapitel 9: Perverse Beziehungen bei pathologischen Orga-nisationen

Eschmann, Rüdiger:
[EK1] Einführung in die kulturtheoretischen Schriften Freuds

Mit der Entdeckung des Unbewussten hatte Freud die Möglichkeit, neue Hypothesen aufzustellen über Kultur, Religion, Gesellschaft und Politik. Einige dieser Ideen werden am Beispiel von Freuds „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ (1921) vorgestellt. Sowohl deren historische Bedingtheit als auch ihre aktuelle Anwendbarkeit auf Phänomene wie Populismus und Terrorismus werden diskutiert.

Eschmann, Rüdiger:
[EK1] Was ist klassische Analyse?

Das Liegen, 3 oder 4mal die Woche, das Schweigen, die Zurückhaltung, das Ausfallshonorar? Oder ein bestimmtes Menschenbild, die Triebpsychologie? Oder eine Referenzliteratur, die Schriften von Freud? Alles irgendwie schon, aber doch nicht immer ganz Konsens unter „klassischen“ Psychoanalytikern, nie ganz spezifisch gegenüber anderen Verfahren. Es soll dann auch um Merkmale gehen, die impliziter Konsens sind und spezifisch von anderen Richtungen unterscheiden.



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