BIPP



Abstracts


Die Abstracts zu den curriculär angebotenen Seminaren sind alphabetisch nach Dozentennachnamen sortiert.
Neben den Abstracts gibt es auch zu den meisten Seminaren ausführliche Vorlesungsskripte, die im Kandidaten-/ Mitgliederbereich eingesehen und heruntergeladen werden können. Mitglieder, Kandidaten des BIPP sowie Teilnehmer des Masterstudiengangs psychoanalytische Kulturwissenschaften können die Zugangsdaten im Sekretariat des BIPP anfragen.




Abstracts alphabetisch nach Dozentennamen A-F


[EK+FK] Die verschiedenen Behandlungsansätze in der in der TfP
Anhand von tiefenpsychologisch fundierten Behandlungsfällen, die von Ausbildungskandidaten vorgetragen werden, sollen verschiedene persönliche Sichtweisen und Behandlungskonzepte gegenüber gestellt und in ihrer Differenz diskutiert werden. Ziel der Veranstaltung ist es, die im Bereich der tfPT faktisch vorhandene Parallelität verschiedener Ansätze und Sichtweisen anzuerkennen und die vorhandenen Differenzen aus den jeweiligen verschiedenen Kontexten verständlich zu machen.

[EK+FK] Die verschiedenen Behandlungsansätze in der PA
Anhand von psychoanalytischen Behandlungsfällen, die von Ausbildungskandidaten vorgetragen werden, sollen verschiedene persönliche Sichtweisen und Behandlungskonzepte gegenüber gestellt und in ihrer Differenz diskutiert werden. Ziel der Veranstaltung ist es, die im Bereich der Psychoanalyse faktisch vorhandene Parallelität verschiedener Ansätze und Sichtweisen anzuerkennen und die vorhandenen Differenzen aus den jeweiligen verschiedenen Kontexten verständlich zu machen.

A



Abendroth, Marlies/Born, Alexandra:
[FK+PsGV] Borderlinestörungen

Personen mit „Psychopathien“, wie sie einstmals von der psychiatrischen Nomenklatur bezeichnet wurden, galten lange Zeit als unbehandelbar. Auch heute noch gibt es keine spezifische Pharmakotherapie für sie; allerdings haben spezialisierte Psychotherapieverfahren geholfen, den Pessimismus zu überwinden. Auf der Basis entwicklungspsychologischer Modelle haben psychoanalytische Autoren wie Otto Kernberg oder Christa Rohde-Dachser spezifische Vorschläge zur Behandlung der betroffenen Patienten unterbreitet und entsprechende Methoden entwickelt, die in ihren Grundzügen vorgestellt werden.
Literatur
Clarkin, J., Yeomans, F., Kernberg, O. (2001) Psychotherapie der Borderline-Persönlichkeit. Manual zur psychodynamischen Therapie. Stuttgart, Schattauer.
Dammann, G. (2004) Interaktionelle Methode und übertragungsfokussierte Psychotherapie. Forum der Psychoanalyse 20 (3), 314-330.
Dulz, B, Hepertz, S. C., Kernberg, O.F., Sachsse, U. (2011, 2. Auflage): Handbuch der Borderline-Störungen
Ermann, M. (2007) Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Stuttgart, Kohlhammer.
Kernberg, O (1975) Borderline-Störungen und pathologischer Narzißmus. Frankfurt a M., Suhrkamp.
Kernberg, O (1993) Psychodynamische Therapie bei Borderline-Patienten. Bern, Huber.
Mentzos, S. (2015) Lehrbuch der Psychodynamik. Göttingen, V & R.
Rohde-Dachser, C. (2010) Schwermut als Objekt. Über Struktur und Inhalt der Borderline-Depression. Psyche 64 (9-10), 862-889.

Abendroth, Marlies/Theiss-Abendroth, Peter
[FK+PsGV] Psychodynamik bipolarer Störungen.

Patienten mit bipolarer affektiver Störung, früher als manisch-depressiv bezeichnet, ringen um ihre Selbstwertigkeit, die abhängig vom Objekt ist. Die Manie kann ab Abwehr der Depression oder, nach Mentzos, als Alternativlösung des bipolaren Dilemmas verstanden werden. Nach einer kurzen Einführung in die Psychopathologie werden moderne psychodynamische Konzepte vorgestellt und mit einem Fallbeispiel aus der eigenen Praxis untermauert.
Literatur
Mentzos S (2015) Lehrbuch der Psychodynamik. Die Funktion der Dysfunktionalität psychischer Störungen. 7. Aufl. Vandenhoeck und Ruprecht
P. Hartwich M Grube (1999) Psychosen-Psychotherapie. Steinkopf Darmstadt
Forum der Psychoanalytischen Psychosentherapie (fortlaufend), insbesondere Band 9 (2003): Affektive Psychosen

Abendroth, Marlies
[FK] Einführung in die Psychopharmakotherapie und ihre symbolische Bedeutung im analytischen Prozess

In wachsendem Ausmaß finden schwerer Erkrankte wie psychotische oder auf Persön-lichkeitsniveau gestörte Patienten den Weg in eine psychodynamische Behandlung. Die Notwendigkeit einer begleitenden psychopharmakologischen Behandlung ist deswegen öfter gegeben. Dies hat jedoch Auswirkungen auf den analytischen Prozess und das Über-tragungs- und Gegenübertragungsgeschehen. Nach einer kurzen Einführung in die wich-tigsten psychopharmakologischen Medikamentengruppen werden zentrale Überlegungen unter Berücksichtigung der verschiedenen analytischen Richtungen über diese Auswir-kungen vorgestellt und mit Falldarstellungen untermauert.
Literatur:
Küchenhoff J. Zum Verhältnis von Psychopharmakologie und Psychoanalyse – am Bei-spiel der Depressionsbehandlung. Psyche 2010; 64 (9-10), 890-916
Küchenhoff J. Psychotherapeutische Beziehung und Psychopharmakotherapie. Schweizer Archiv für Neurologie und Psychiatrie 2005; 156 (1), 13-19
Danckwardt JF. Zur Interaktion von Psychotherapie und Psychopharmakotherapie. Psyche 1978; 32 (2), 111-154
Danckwardt JF. Anmerkung zur Indikation und Kontraindikation für die gleichzeitige Anwendung von psychoanalytischer Psychotherapie und Psychopharmakotherapie. Psy-che 1979; 33 (6), 528-544
Haubl R., Liebsch K. Mit Ritalin leben. Zur Bedeutung der AD[H]S-Medikation für die betroffenen Kinder. Psyche 2008; 62 (7), 673-692

Albertini, Valentina/Born, Alexandra:
[FK+PsGV+PaK] Die Geschichte der Psychoanalyse 1900-1930, Teil I

Abstract folgt

Albertini, Valentina/ Barth-Stopik, Adelheid
[FK+PsGV+PaK] Die Geschichte der Psychoanalyse von 1930 bis 1945, Teil II

Ausgehend von der Situation der Psychoanalytischen Bewegung um 1930 wird die Veränderung der Position der Psychoanalyse in Deutschland durch den Einfluss des Naziregimes und ihrer Mitläufer und Gegner dargestellt sowie die Reaktionen von Freud und der IPV auf diese Geschehnisse. Zudem wird ein Blick auf die Entwicklungen in anderen Ländern und Kontinenten geworfen sowie auf das individuelle Schicksal Freuds, Eitingtons und einiger anderer.
Literatur u.a.:
Hans-Martin Lohmann, Psychoanalyse und Nationalsozialismus. Fischer Taschenbuchverlag GmbH Frankfurt am Main 1994
Regine Lockot, Erinnern und Durcharbeiten, Zur Geschichte der Psychoanalyse und Psychotherapie im Nationalsozialismus; (Hg. Psychosozialverlag, Fischer Verlag 1985).
Regine Lockot, Die Reinigung der Psychoanalyse, Die Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft im Spiegel von Dokumenten und Zeitzeugen (1933-1951); edition diskord , 1994.
„Hier geht das Leben auf eine sehr merkwürdige Weise weiter…“ Zur Geschichte der Psychoanalyse in Deutschland, Verlag Michael Kellner 1985

Albertini, Valentina
[FK+PsGV+PaK] Die Geschichte der Psychoanalyse von 1945 bis zur Gegenwart, Teil III

Ausgehend von der Situation der Psychoanalyse zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland wenden wir uns ihrer Entwicklung bis heute zu. Die Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft, die 1938 aufgelöst worden war, wurde 1945 wieder gegründet. 1947 erfolgte die Gründung des Instituts für Psychotherapie e.V. in Berlin, womit es in Berlin wieder ein Institut gab, in dem psychoanalytisch ausgebildet wurde. 1949 fand der erste Kongress der IPV in Zürich statt, und die DGPT wurde gegründet, 1950 Gründung der DPV. Vor diesem Hintergrund verfolgen wir die verschiedenen Entwicklungen, die Annäherung von DPG und DPV, bis zur aktuellen Situation der Psychoanalyse mit dem Schwerpunkt Deutschland.

Albertini, Valentina/Heußer, Angelika:
[FK+PsGV] Stoffgebundene und nichtstoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen I

Die Veranstaltung ist die ersten von drei Veranstaltungen innerhalb der nächsten Semester in Folge, die auch unabhängig voneinander besucht werden können. In dieser Veranstaltung befassen wir uns sowohl mit Drogen-, Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit, den sog. stoffgebundenen Suchterkrankungen, wie mit dem pathologischen Glücksspiel und der Internetabhängigkeit als Beispiele nicht stoffgebundener Abhängigkeiten. Nach diagnostischer Ausdifferenzierung von Missbrauch und Abhängigkeit allgemein sowie der spezifischen Wirkweise einzelner Drogen bzw. von Kombinationen (auch mit Alkohol) oder suchtartiger Verhaltensweisen (Glücksspiel, Internetabhängigkeit) wird es um Herausforderungen im Behandlungskontext gehen. Gibt es Hinweise auf eine Suchterkrankung und wenn ja welche (Diagnostik)? Welche Behandlung ist unter diesen Gesichtspunkten möglich und nötig? Wie ist die Motivation des Patienten? Wie sollte mit dem Konsum von Substanzen oder Ausübungen von Verhaltenssüchten unter der Behandlung umgegangen werden? Umgang mit Rückfällen bei Abstinenzvereinbarungen. Ab wann ist eine ambulante Behandlung nicht mehr möglich? Was gilt es im Übertragungsgeschehen zu beachten? Gerne können auch eigene Beispiele aus laufenden Behandlungen eingebracht werden.

Albertini, Valentina/Heußer, Angelika:
[FK+PsGV] Stoffgebundene und nichtstoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen II

Die Veranstaltung ist die zweite von drei Veranstaltungen, die auch unabhängig voneinander besucht werden können. In den Veranstaltungen befassen wir uns sowohl mit Drogen-, Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit, den sog. stoffgebundenen Suchterkrankungen, wie mit dem pathologischen Glücksspiel und der Internetabhängigkeit als Beispiele nicht stoffgebundener Abhängigkeiten.
Dieses Mal werden unterschiedliche psychodynamische Theorien zur Sucht vorgestellt und diskutiert. Weiterhin befassen wir uns mit dem spezifischen Übertragungsgeschehen - wer mit Suchpatienten arbeitet, ist besonders von den Gegenübertragungsproblemen bedrängt, Gefühlen von Hilflosigkeit, Ohnmacht sowie Rettungsphantasien. Es werden von beiden Referentinnen eigene Behandlungsbeispiele vorgestellt, gerne können weitere Beispiele einbracht werden. Zur Einstimmung dient der Artikel „ Der ungeliebte Suchtpatient. Überlegungen zur Gegenübertragung und ihren Auswirkungen in der Behandlung Alkoholsüchtiger“ von Agnes Ebi (Psyche, 2000, 54(6), 521-543), den wir ebenfalls diskutieren werden. Den Artikel finden Sie im Mitgliederbereich.

Albertini, Valentina/Heußer, Angelika:
[FK+PsGV] Stoffgebundene und nichtstoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen III

Die Veranstaltung ist die dritte von drei Veranstaltungen, die auch unabhängig voneinander besucht werden können. In den Veranstaltungen werden Drogen-, Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit, die sogenannten stoffgebundenen Abhängigkeiten dargestellt sowie auch z. B. Internetabhängigkeit und pathologisches Glücksspiel als sogenannte nichtstoffgebundene Abhängigkeiten. In dieser Veranstaltung werden Fallvignetten und Behandlungsabläufe dargestellt und diskutiert sowie Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene in der Behandlung von Patienten mit stoffgebundenen und nichtstoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen betrachtet. Es wird um die Bedeutung der Co-Abhängigkeit gehen und darum, welche Besonderheiten bei der Antragstellung beachtet werden sollten.

Alpermann, Mechthild:
[EK2] „Der kompetente Säugling" - neuere präverbale Entwicklungstheorien

In die grundlegende psychoanalytische Theorienbildung Freuds flossen bereits seine eigenen unsystematischen zeitgemäßen Beobachtungen über kindliches Verhalten ein (siehe z.B. Freuds „Ödipuskomplex“). Durch weitere Einbeziehung historisch-anamnestischer Überlegungen schloss er auf die notwendige Existenz eines Unbewussten. Die nachfolgende Generation entwicklungspsychologisch engagierter Analytiker z.B. Klein, Winnicott, Spitz, Bowlby und Mahler bestätigten oder präzisierten mit ihren Erkenntnissen die bereits bestehenden Konzepte. Der wachsende Einfluss weiterer empirischer Forschungsergebnisse für ein heutiges entwicklungspsychologisch untermauertes psychoanalytisches Denken setzte sich fort und findet z.B. im „Mentalisierungskonzept“ von Fonagy und dem Konzept des „virtuellen Selbst“ von seinen Niederschlag. Die Beschäftigung mit relevanten Forschungserkenntnissen kann die eigene therapeutische Aufmerksamkeit auf ganz neue Bereiche und Erfahrungen in der frühen Lebensgeschichte lenken und dafür in der regressiven therapeutischen Situation sensibilisieren. Das Wissen um gesunde und gestörte Interaktionen, Defizite und Versagungen können das Verständnis für die Art und Weise der resultierenden frühen Strukturbildung verbessern und für das Verstehen der Interaktion zwischen TherapeutIn und PatientIn hilfreich sein.
Literatur
Baumgart, M. (1991): Psychoanalyse und Säuglingsforschung: Versuch einer Integration unter Berücksichtigung methodischer Unterschiede. Psyche, 45(9), 780-809.
Dornes, M.(2001): Die frühe Kindheit: Entwicklungspsychologie der ersten Lebensjahre. Frankfurt/M. Geist und Psyche. Fischer.
Dornes, M. (1993): Der kompetente Säugling. Die präverbale Entwicklung des Menschen.
Dornes, M. (2002): Der virtuelle Andere. Aspekte vorsprachlicher Intersubjektivität. Forum Psychoanalyse 18:303-331.
Fonagy, P., Gergely, G., Jurist, E.L., Target, M. (2004):. Affektregulierung, Mentalisierung und die Entwicklung des Selbst.

Alpermann, Mechthild:
[EK2+PaK] Objektbeziehungstheorie

Verschiedene Objektbeziehungstheorien vermitteln Einsichten in die Entstehung des Erlebens und der Wechselwirkung von intrapsychischen Repräsentanzen und der äußeren Realität, die sich auf die Struktur des Ichs und die Formen der Konfliktbewältigung auswirken. Dem ursprünglich Triebhaften und anderen Motivationssystemen kommen dabei unterschiedliche Gewichtungen zu. Die Theorien sollen vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden.
Literatur
J. Sandler u. A.-M. Sandler (1999): Innere Objektbeziehungen.
Winnicott (2002): Reifungsprozesse und fördernde Umwelt. Studien zur Theorie der emotionalen Entwicklung.
Kernberg (1992): Objektbeziehungen und Praxis der Psychoanalyse.

Alpermann, Mechthild/Schöne, Dorothee E.:
[FK] M. Balint: Therapeutische. Aspekte der Regression

Balints Beiträge zur Psychoanalyse der frühesten Objektbeziehungen und seine Erkennt-nisse über das Seelenleben von Kleinkindern beginnend in den 30iger Jahren stellen seit-her eine weitreichende Modifikation der bis dahin praktizierten psychoanalytischen Tech-nik dar und haben an Aktualität bis heute nicht verloren. Die Grundannahme von Objekt-beziehungen und deren pathologische Form (Grundstörung) bestimmen die diagnosti-schen und behandlungstechnischen Konsequenzen, die auf das Ziel ausgerichtet sind, sich von rigiden und dysfunktionalen Objektbeziehungsmustern zu befreien. In einem zweitei-ligen Seminar wollen wir gemeinsam mit den Teilnehmern diesen Behandlungsansatz verstehen und diskutieren. Mit eigenen Fallvignetten sollen Behandlungsverläufe nach dem Konzept Balints skizziert werden und wesentliche Begriffe wie Grundstörung und Neubeginn in Anwendung gebracht werden.
Literatur: Michael Balint (1968): Therapeutische Aspekte der Regression, Die Theorie der Grundstörung, Klett-Cotta

Altrichter, Viola
[EK+FK+PaK] "Das Labyrinth und seine psychoanalytische, symbolische und mythologische Bedeutung"

Was macht die archaische Form des Labyrinths, das magische Symbol aus Mythen, Träumen, Märchen und Religionen bis heute so faszinierend und welch ein Geheimnis steckt hinter dieser Urform der Lebens- und Todesspirale ? Wir finden es bereits in frühsten Steingräbern, in allen späteren Hochkulturen, noch später auf Kirchenböden, in Gartenanlagen, als Tanzform, in Alpträumen oder Erlösungsvorstellungen. Ausgehend von dem griechischen Mythos von Theseus, Ariadne und dem Minotaurus wollen wir uns mit der Entstehungs- und Bedeutungsgeschichte des Labyrinths kulturgeschichtlich, symbol- sowie bewußtseinsanalytisch beschäftigen.

Altrichter, Viola
[EK+FK+PaK] "Ausgesuchte Mythen der alten Ägypter in tiefenpsychologischer Sicht und als Motive in heutigen Träumen " (3 Std.)

Die besonders in Todesträumen vorkommenden äußerst zahlreichen Symbole, wie "Auferstehung", "Lebens-baum", "Jüngstes Gericht", "Paradies", usw. , stimmen mit den mythologischen Vorstellungen vieler Völker, besonders mit denen der alten Ägypter überein. Sie decken sich aber auch mit den Bildern, die im Verlauf des Individuationsprozesses auftauchen. Die kulturhstorische Bewußtseinsentwicklung menschlicher Kollektive wie Individuen sollen mit ausgewählten Mythen der alten Ägypter in Zusammenhang gebracht werden.


B



Baldanza, Mirella:
[FK] "Der Ödipuskomplex in der Schule Melanie Kleins"

Der Vater oder die Vaterphantasie, der „Dritte“, spielt in der kleinianischen Entwicklungstheorie von Beginn des Lebens an eine wichtige Rolle. Ödipale Phantasien sind demnach nicht zwangsläufig mit der genitalen Phase verbunden. Ronald Britton zeigt in seinem Aufsatz: „Die Fehlende Verbindung“ („the missing link“), welchen Einfluss ödipale Konfigurationen in der Behandlung haben und wie diese sich bei Patienten mit unterschiedlich schweren Störungen manifestieren können.
Der Ödipuskomplex in der Schule Melanie Kleins, Klett-Cotta-Verlag 1998

Baldanza, Mirella/Schaper, Barbara:
„Neid und Dankbarkeit“

Ausgangspunkt dieses Seminars ist der Aufsatz von Melanie Klein „Neid und Dankbarkeit“, dessen Aussagen wir an zweiAbenden aufzeigen wollen. Dabei werden wir auch der Weiterentwicklung ihrer Annahmen durch die Postkleinianer nachgehen und versuchen, die zentralen theoretischen Vorstellungen anhand klinischer Beispiele mit der Praxis zu verbinden.
Literaturliste:
Melanie Klein in Gesammelte Schriften, Band III, herausgegeben von Ruth Cycon, Frommann-Holzboog Verlag, 2000: Neid und Dankbarkeit. Eine Untersuchung unbewußter Quellen (1957)

Baldanza, Mirella/Schaper, Barbara:
[FK] Trennung: ein klinisches Problem

Ausgangspunkt dieses Seminars soll der gleichnamige o.g. Aufsatz von Eric Brenman sein. Er liegt in deutscher Übersetzung vor und kann per folgender Mailadresse angefordert werden: baldanza@other-net.de Es wäre sicher bereichernd, diesen eingängigen 12 seitigen Aufsatz gelesen zu haben. Bezugnehmend auf S. Freud und K. Abraham mit ihren Konzepten zu der Entwicklung von inneren Objekten untersucht Brenman anhand eines klinischen Falles einige Manifestationen von Trennungsangst. Es werden dann behandlungs¬technische Beispiele eines konstruktiven Behandlungsansatzes vorgestellt. Das soll die Basis für einen angeregten Austausch über o.g. Thematik bilden.
Literatur
Freud, S. (1917): Trauer und Melancholie, GW Bd.10, S.427-446, Fischer 1999
Abraham, K. (1924): Notes on the psychogenesis of melancholia, in Selected papers of Karl Abraham. London, Hogarth press, 1927.

Baldanza, Mirella:
[EK2] Einführung in die kleinianische Entwicklungtheorie I und II

Nach einem kurzen historischen Überblick werde ich in der Einführung in die kleinianische Entwicklungstheorie einige zentrale Konzepte, vor allem die Annahme von „inneren Objekten“ und „ubw Phantasien“ wie auch das Konzept der „projektiven Identifizierung“ darstellen. Anhand von klinischen Fallvignetten möchte ich jeweils die theoretischen Annahmen verdeutlichen und mit den Teilnehmern diskutieren.
Literatur
Hanna Segal: Melanie Klein – Eine Einführung in ihr Werk. Ed.Diskord
Claudia Frank/Heinz Weiß (Hrsg.) Kleinianische Theorie in klinischer Praxis
Schriften von Elizabeth Bott Spillius, Klett Cotta Verlag (2002)
Rosemarie Kennel/Gertrud Reerink (Hg.) Klein, Bion – Eine Einführung, Ed.Diskord (2002)

Baldanza, Mirella:
[EK2] Einführung in die kleinianische Entwicklungtheorie III und IV

Nachdem in Teil I und Teil II der kleinianischen Entwicklingstheorie die kleinianischen Grundannahmen und die Positionen (State of mind) im Unterschied zu den Entwicklingsphasen nach Freud dargestellt und diskutiert wurden, soll es in Teil III um ein vertieftes Verständnis der normalen und pathologischen Abwehrmechanismen gehen wie von Bion, Rosenfeld und den heutigen Postkleinianer konzipiert. In Teil IV der kleinianischen Entwicklungstheorie soll es schließlich um das Oszillieren gehen zwischen paranoid-schizoider Position und depressiver Position, was das ganze Leben anhält. Anhand von klinischen Fallvignetten soll verdeutlicht werden wie sich der Wechsel zwischen den Positionen in der Behandlung manifestiert und sich darin die psychische Entwicklung der Patienten im analytischen Prozess wiederspiegelt.
Empfohlene Literatur:
Catalina Bronstein (Hg): Kleinian Theory „A Contemporary Perspective“ Claudia Frank/Heinz Weiß (Hg): Projektive Identifizierung, Klett Cotta Verlag 207

Balz, Monika:
[EK2] Behandlungstechnik: Umgang mit Schamkonflikten

Scham erfasst das ganze Selbst. (Wurmser 2007) Sie kann blitzartig den ganzen Körper überfluten, und ruft sichtbare vegetative Reaktionen hervor (wie Erröten, Erblassen, Erstarren) welche dann wiederum zu Scham führen. In jeder mitmenschlichen Beziehung besteht die Gefahr der beschämenden Bloßstellung. Aber ganz besonders wird diese Gefahr gespürt in der Psychoanalytischen Behandlungsstunde, in der man unzensiert alles sagen soll was einem einfällt. Verstärkt wird die Situation noch dadurch, dass der Analytiker sich selbst nicht zeigt, und man noch nicht einmal seine Reaktion durch Beobachtung der Mimik kontrollieren kann. Es gibt kaum eine psychoanalytische Sitzung, in der Scham nicht auftaucht. Oft nur wird das nicht bemerkt, denn das Erleben und Aussprechen von Schamgefühlen ist bereits ebenfalls schamhaft besetzt. Scham wird manchmal abgewehrt durch verschiedene Mechanismen, welche dann das gesamte Übertragungsgeschehen einfärben können, beispielsweise durch: emotionale Kälte, Intellektualisierung, hochmütige Distanziertheit, subtile (bis grobe) Verachtung anderer... Hier wird die Beschämung und Verachtung die der Pat fürchtet, aktiv auf den Analytiker, und - oder auf dritte - umgelenkt. Dies kann manchmal dazu führen, dass sich dann der Analytiker in der Gegenübertragung vom Patienten beschämt fühlt. Eine Abwehrformen der Scham kann sich auch verbergen hinter vorwegnehmender Selbsterniedrigung: Hier wird versucht, dem befürchteten Angriff vorher zu kommen, und somit den Prozess zu kontrollieren. In der Vorlesung wird eingegangen auf Auslöser für Scham, auf den bedeutsamen Unterschied zwischen Scham – und Schuldgefühlen, welche manchmal gegensätzlich im Konflikt zueinander stehen können, sowie auf die Entstehung der Scham in der Genese. Anhand von Fall- Beispielen wird beschrieben, dass man durch Beschämung und Verachtung wirksamer Unterwerfung unter Normen erzwingen kann, als durch Bestrafung). Die Urangst der Scham ist die Angst, vom Liebesobjekt, oder der ganzen menschlichen Gemeinschaft nicht mehr als (achtens – und liebens-) würdiges menschliches Wesen angesehen, und deshalb verspottet, verlassen und ausgeschlossen zu werden. Für einen Patienten, der in seiner Genese für das Zeigen von authentischen Gefühlen und Wünschen sehr beschämt wurde, müssen das analytische Setting und das freie Assoziieren also sehr ängstigend sein. Die Analysestunde stellt jedoch auch eine exhibitionistische Versuchungssituation dar, da in ihr der Wunsch des Patienten, in seiner Authentizität gesehen, angenommen und bewundert zu werden, wecken kann. Diese erweckten exhibitionistischen Wünsche jedoch können dann wiederum Angst vor Kontrollverlust führen, und somit die Beschämungsangst verstärken.
Ziel der Vorlesung ist es, ein Verständnis für diese Schamkonflikt- Mechanismen zu vermitteln. Dieses soll dann dazu beitragen in den eigenen Behandlungen ihre Auswirkungen auf die Übertragung – und Gegenübertragung zu erkennen. Es werden hierzu Beispiele aus eigener Praxis vorgestellt. Beispiele aus dem Zuhörerkreis sind willkommen!
Literatur: Wurmser , L - Die Maske der Scham (Springer Verlag Dietmar Klotz 2007)

Balz, Monika:
[EK2+PsGV] Anamnesenerhebung: Praxisseminar, modellhafte Erstellung eines Berichtes

In diesem Seminar wird speziell auf (in Anamnesesupervisionen) häufig beobachtete Schwierigkeiten bei der Anamnesenerhebung- und Psychodynamikerkennung eingegangen. Außerdem geht es um die weitere Einübung und Handhabung des BIPP-Anamnese-Schemas.
Beim zweiten Termin wird speziell auf (in Anamnese–Supervisionen) häufig beobachtete Schwierigkeiten bei der Anamnesenerhebung und Psychodynamikerkennung eingegangen. Außerdem geht es um die weitere Einübung und Handhabung des BIPP-Anamnese-Schemas.

Balz, Monika/Eschmann, Rüdiger:
[FK] Die Arbeiten zum Narzissmus von André Green.

Ehre und Stolz, Lächerlichkeit und Scham, Rache und Selbstmord scheinen eine wiederkehrende Motivfolge bei Menschen zu sein. Eine „Arbeit des Negativen“, eine zwingende Destruktivität sei als Möglichkeit im Menschen angelegt, postuliert der französische Psychoanalytiker André Green und bereichert damit die Erkenntnisse der Psychoanalyse zu malignem Narzissmus, Scham und Masochismus.
Literatur
Green: Der moralische Narzissmus. In: Die tote Mutter - Psychoanalytische Studien zu Lebensnarzissmus und Todesnarzissmus, Gießen 2004
Green: „Negativer Narzissmus, Desobjektalisierungsfunktion“ In: Psyche 9/10 2001

Berkel, Irene:
[EK+FK] Fallgeschichten Freuds: Der Kleine Hans

Abstract folgt

Berkel, Irene:
[EK+FK] Fall Daniel Paul Schreber

Im Frühjahr 1910 wendet sich Freud der Analyse einer autobiografischen Darstellung mit dem Titel die „Die Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken“ (1903) des Landesgerichtspräsidenten Daniel Paul Schreber zu. Obwohl Schreber nie Freuds Patient war, zählt die 1911 publizierte Abhandlung dennoch zu den fünf großen Fallgeschichten. Der Autor Schreber beschreibt in den Denkwürdigkeiten seine Erkrankung, um aus der Heilanstalt entlassen zu werden. Im Zentrum seiner Theologie steht der Glaube, die Welt erlösen zu können, nachdem er sich „aus einem Manne zu einem Weibe verwandelt habe“. Schrebers Psychose interpretiert Freud als Symptom eines Vaterkomplexes bzw. einer homosexuellen Fixierung, die sich nach Erlebnissen des Scheiterns und Konflikten durch die Abwehrmechanismen der Verkehrung ins Gegenteil und der Projektion in eine Paranoia verwandelt. Im Kurs behandeln wir Freuds Theorie der Paranoia anhand ausgewählter Textstellen.

Berkel, Irene:
[EK+FK] Rattenmann: "Bemerkungen über einen Fall von Zwangsneurosen" (1909)

Im Oktober 1907 wird Ernst Lanzer, ein knapp 30jähriger, unter zahlreichen Zwangssymptomen leidender Jurist, Patient von Freud. 1909 geht er als Rattenmann in die großen Fallgeschichten Freuds ein. Der Fall markiert gleichsam einen Paradigmenwechsel in Freuds Theorie. Stand bis 1905 die Hysterie im Zentrum, so wendet er sich mit dieser Fallgeschichte der zwangsneurotischen Problematik von Hass, Liebe, Ambivalenz, Identifizierung sowie Gewissen und Schuld zu.
Der Text dazu ist im Mitgliederbereich abrufbar und soll zur Vorbereitung gelesen werden.

Berkel, Irene
[FK] Literaturseminar Freud: „Der Wolfsmann“

Abstract folgt

Berkel, Irene:
[FK] Literaturseminar Freud: „Verdrängung und Unbewußtes“

Abstract folgt

Braun, Christoph:
[FK] Alfred Lorenzer: Sprachzerstörung und Rekonstruktion

Alfred Lorenzer (1922-2002) gilt als einer der produktivsten und einflussreichsten deutschen Psychoanalytiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Insbesondere wollte er die Freudsche Psychoanalyse als Erkenntnistheorie und Wissenschaft begründen. In seinem interdisziplinären Ansatz verband er die Psychoanalyse einerseits mit der philosophischen Tradition der Hermeneutik, andrerseits der Wissenschaftstheorie im Sinne der kritischen Theorie bzw. des Marxismus.
In der Vorlesung soll es schwerpunktmäßig darum gehen, wie Lorenzer die Psy-choanalyse als kritisch-hermeneutisches Verfahren des Verstehens sowie die analytische Technik der Deutung als Wiederherstellung eines zerstörten Sinnzusam-menhangs verstand. Denn nach Lorenzer führen pathologische kulturelle und familiäre Sozialisationsbedingungen zu pathologischen Deformationen der sozialen Interaktion (des "Sprachspiels"), was er als "Desymbolisierung" bzw. "Sprach-zerstörung" bezeichnete. Diese "aufgespaltenen Sprachspiele" können Patienten nur noch in Form sog. "Klischees" zwanghaft wiederholen, was sich in der analytischen Behandlung szenisch als eine spezifische Art der Interaktion niederschlägt. Anhand eines Fallbeispiels werden Lorenzers Konzepte und Vorstellungen zur Psychoanalyse veranschaulicht.

Braun, Christoph:
[FK] Therapieprozessmodelle

Eine psychoanalytische Behandlung ist ein Prozess zwischen zwei Menschen, mit unterschiedlichen Rollenverteilungen, Anforderungen und Veränderungsperspektiven. Von Beginn an wurden modellhafte Vorstellungen darüber entwickelt, was sich ereignet oder ereignen sollte, um dem Patienten zur Lösung seiner Probleme zu verhelfen. In dieser Vorlesung möchte ich ausgehend von Freuds Vorstellung der Kur einige der wesentlichen Modelle, die dazu nach ihm entwickelt und erforscht wurden, präsentieren. Dabei geht es nicht schlicht um Metaphern oder beispielhafte Verläufe von einzelnen Sequenzen, sondern das Ganze einer analytischen Behandlung. Nach einer Übersicht über Freuds Verständnis der psychoanalytischen Kur wird als Beispiel für sog. chronologische Modelle das Therapiemodell von Fürstenau vorgestellt, das Ich-psychologische Gesichtspunkte mit der häufig notwendigen behandlungstechnischen Berücksichtigung struktureller Defekte der Patienten vereint. Es folgt ein paradigmatisches Modell der (post)kleinianischen Richtung, sodann eine Darstellung der heute zunehmend Interesse findenden Konzeption Lacans über den analytischen Prozess. Abschließend soll das empirisch gestützte Ulmer Therapieprozessmodell von Thomä & Kächele vorgestellt werden, das sich als kontinuierlich flexible Anpassung an die im Fokus stehenden Erfordernisse versteht. Die jeweiligen Vorzüge und Nachteile der Modelle für den konkreten klinischen Behandlungsverlauf (Verständnis des Verlaufs, Orientierung in der Kur, Ableitung möglicher Interventionen) werden exemplarisch am Fallbeispiel dargestellt.

Braun, Christoph:
[FK] Wirkfaktoren in der Psychotherapie und Psychoanalyse

In dieser Veranstaltung geht es um die Wirkung von tiefenpsychologisch fundierter und analytischer Psychotherapie. Leitend sind die Fragen, was genau in einer Therapie wirkt, und wie dadurch heilsame Veränderungen erreicht werden können. Nach einem kurzen Überblick über einige Ergebnisse der aktuellen Psychotherapieforschung werden die wichtigsten „Wirkfaktoren“ im einzelnen vorgestellt, und zwar so wie sie sich aus der psychoanalytischen Veränderungstheorie erschließen lassen, in der klinisch-praktischen Erfahrung bewährt haben und mittlerweile empirisch abgesichert sind. Konkrete Interventionsmöglichkeiten werden anhand klinischer Beispiele veranschaulicht.

Braun, Christoph:
Die Bedeutung der Ich-Psychologie für die Technik der Psychoanalyse: Kris und Hartmann, Teil I+II

Abstract folgt

Braun, Christoph:
[FK] Einführung in die Psychoanalyse Lacans

In dieser Vorlesung stelle ich Ihnen Jacques Lacans Psychoanalyse vor, wie er sie hauptsächlich in den 1950er Jahren entwickelte und praktizierte. Es werden die grundlegenden Begriffe und Konzepte vorgestellt und aufeinander bezogen. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.
Literatur:
Peter Widmer: Subversion des Begehrens. Turia+Kant. 2009.
Elisabeth Roudinesco: Jacques Lacan. Bericht über ein Leben, Geschichte eines Denksystems. Turia+Kant. 2011.
Christoph Braun: Die Stellung des Subjekts. Lacans Psychoanalyse. Parodos. 2008.

Brüggen, Wilhelm:
[EK1+PaK] Vorlesung zur Einführung in die Psychoanalyse Freuds

An Hand der 27. und 28. Vorlesung der Freudschen Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse möchte ich einen ersten Einblick in das Freudsche Konzept der Psychoanalyse geben, um von dort aus ermessen zu können, welch weite, teilweise sehr widersprüchliche und verwirrende Wege die Psychoanalyse seit dieser Zeit gegangen ist, denn „man versteht die Psychoanalyse immer noch am besten, wenn man ihre Entstehung und Entwicklung verfolgt.“ (Freud 1923, Psychoanalyse und Libidotheorie, GW XIII, S. 211).
Literatur
Freud Sigmund (1916-17): “Vorlesung zur Einführung in die Psychoanalyse“ und dort insbesondere die 27. sowie die 28. Vorlesung über die Übertragung und die analytische Therapie. Studienausgabe Band I, Seite 415 – 445, GW B. XI, S. 447 – 483
Das Skript zur Veranstaltung ist im Mitgliederbereich einsehbar.

Brüggen, Wilhelm:
[EK1+PaK+PsGV] Allgemeine Krankheitslehre Freuds

Freud entwickelte eine Vorstellung von der psychodynamischen Entstehung der Neurosen, die an einigen entscheidenden Punkten von den heute in den psychoanalytischen Lehrbüchern vertretenen Konzepten abweicht. Auch wenn man über die Aktualität seiner Konzeption inzwischen sicher unterschiedlicher Meinung sein kann, ist es für das Verständnis der heute im Mittelpunkt stehenden neoanalytischen und objektbeziehungstheoretischen Konzepte unverzichtbar, die ursprüngliche Auffassung zu kennen, von der sie sich kritisch absetzen. Während des ersten Termins möchte ich das Freudsche Grundmodell kurz vorstellen und Gelegenheit geben, an Hand dieses Modells die Freudsche Verwendung der wichtigsten metapsychologischen Begriffe im gemeinsamen Gespräch zu rekonstruieren. Im zweiten Teil werde ich dann auf einige wichtige Unterschiede zu den verschiedenen, heute gebräuchlichen psychoanalytischen Krankheitsmodellen näher eingehen.
Literatur
Leider hat Freud seine Neurosentheorie nirgendwo abschließend zusammengefasst. Stattdessen gibt es viele verschiedene, über seine gesamte psychoanalytische Schaffensperiode verstreute Ausführungen. Folgende Texte sind dabei von besonderer Bedeutung: „Die Abwehr-Neuro-Psychosen“(1894), „Das Unbewusste“ (1915), „Übersicht der Übertragungsneurosen“ (1915, veröffentlicht 1985 von Grubrich-Simitis), „Realitätsverlust bei Neurose und Psychose“ (1924) sowie „Hemmung, Symptom und Angst“ (1926). Für eine erste Vorbereitung ist der Text „Das Unbewusste“ aus meiner Sicht am besten geeignet (vgl. Das Unbewusste, in: Studienausgabe Bd. III, S. 121-173 und in: GW, Bd. X, S. 264-303).
Das Skript zur Veranstaltung ist im Mitgliederbereich einsehbar.

Brüggen, Wilhelm:
[EK2+PaK] Französische Psychoanalyse: Die allgemeine Verführungstheorie Laplanches und was Lacan dazu sagen würde

Die „Allgemeine Verführungstheorie“ bildet den gegenwärtig theoretisch wohl anspruchsvollsten und angesichts neuerer entwicklungspsychologischer Befunde einzig noch konkurrenzfähigen Versuch, am Freudschen Konzept der infantilen Sexualentwicklung festzuhalten. Zugleich gibt sie einen guten Einblick in die Besonderheiten der französischen Psychoanalyse.
In diesem Einführungsseminar sollen die Grundprämissen des Laplanche’schen Konzeptes einleitend rekapituliert werden, um dann anhand des Laplanche’schen „Übersetzungsmodells“ und seines „Verführungsbegriffs“ die klinisch-behandlungstechnischen Konsequenzen seiner „Allgemeinen Verführungstheorie“ zu diskutieren.
Literatur
Die meines Wissens erste deutschsprachige Veröffentlichung der Allgemeinen Verführungstheorie findet sich in dem Aufsatz: „Von der eingeschränkten zu der allgemeinen Verführungstheorie“ In: Laplanche, J. (1988): Die allgemeine Verführungstheorie und andere Aufsätze. S. 199-233.
Eine aktuellere, leichter lesbarere und auch komprimiertere Fassung enthält der Aufsatz „Die rätselhaften Botschaften des Anderen und ihre Konsequenzen für den Begriff des Unbewussten im Rahmen der allgemeinen Verführungstheorie“. In: Psyche, Okt. 2004, 58 Jg. Heft 9/10, S. 898-913.
In Bezug auf die klinische Anwendung des Laplanche’schen Konzeptes bietet der Aufsatz von Thomas Eichhorn: „Die Relevanz metapsychologischer Überlegungen für die Praxis der Psychoanalyse“ eine gute Einführung. In: Bayer, L., Quindeau, I. (Hg): Die unbewusste Botschaft der Verführung. Interdisziplinäre Studien zur Verführungstheorie Jean Laplanches 2004. Psychosozialverlag Gießen. S. 31-57
Weitere Ausführungen zum Laplanche’schen Übersetzungsmodell und zu seinem Begriff der Verführung enthält der Aufsatz von Udo Hock: „Botschaft und Übersetzung“ (in: ebenda, S. 121-137). Das Skript zur Veranstaltung ist im Mitgliederbereich einsehbar.

Brüggen, Wilhelm
[FK] Verlust und Trennung in der Psychoanalyse. Was heißt Durcharbeiten?

In der Psychoanalyse gibt es zwei verschiedene Konzepte von Trennung und Trauer. Trennung kann bewältigt und verarbeitet werden, in dem man sich mit dem verlorenen Objekt identifiziert oder man kann versuchen, jenem verlorenen Objekt seine libidinöse Bedeutung zu nehmen. Der erstgenannte Weg wird vor allem im Kontext der verschiedenen Objektbeziehungstheorien präferiert. Das zweitgenannte Konzept steht bei den verschiedenen konflikt- und triebpsychologischen Ansätzen im Vordergrund. Beide Alternativen gehen auf unterschiedliche freudsche Vorgaben zurück. In "Trauer und Melancholie" (1913) konzeptualisiert Freud den Trauer- bzw. Trennungsprozess im Sinne eines Rückzugs der Objektbesetzung. In "Das Ich und das Es" (1923) führt er die Persönlichkeits- bzw. Charakterbildung auf die Identifizierung mit verlorenen Objekten zurück. Vor dem Hintergrund dieses Spannungsbogens soll im Seminar diskutiert werden, wie wir uns das Durcharbeiten einer Übertragungsneurose bzw. die Beendigung von Beziehungen vorstellen.
Literatur
Freud, Sigmund (1917): Trauer und Melancholie. GW X, S. 427-447
Freud, Sigmund (1923): Das Ich und das Es. GW BAnd XIII, S. 235-290

Brüggen, Wilhelm:
[FK] Der Ödipuskomplex von Freud über Loewald, Lacan bis Ogden

In dieser Vorlesung möchte ich der Frage nachgehen, was uns das Freudsche Konzept des Ödipuskomplexes heute noch zu sagen hat. Deshalb werde ich mit einer kurzen Zusammenfassung der Freudschen Vorgaben beginnen, um anschließend die Kleinsche, Loewaldsche und Lacansche Reinterpretation dieser Ideen zusammen zu fassen. Anschließend soll anhand aktueller Entwicklungspsychologischer Befunde über die heuristische und hermeneutische Brauchbarkeit all dieser Ideen diskutiert werden.
Literatur
Freud, S. (1924): Der Untergang des Ödipuskomplexes. GW XIII, S. 393-402 | Brüggen, W. (2005): Ödipuskomplex - Kernkomplex der Neurosen? Über die entwicklungs- und kognitionspsychologische Wiederkehr eines verdrängten Konzeptes. In: Wellendorf, F., Werner, H. (Hg.) (2005). Das Ende des Ödipus. Entwertung und Idealisierung ödipaler Konzepte in der Psychoanalyse heute. edition diskord, Tübingen | Klein, M. (1928): Frühstadium des Ödipuskomlexes. In: Frühstadium des Ödipuskomplexes, S. 7-21 (1985) | Loewald, H. W. (1986): Das Dahinschwinden des Ödipuskomplexes. In: Loewald, H. W.: Psychoanalyse. Aufsätze aus den Jahren 1951-1979. Stuttgart (Klett-Cotta), S. 377-400.

Brüggen, Wilhelm:
[FK] Literaturseminar Freud: „Endliche und unendliche Analyse“

Die beiden oben genannten, von Freud erst kurz vor seinem Tod verfassten Behandlungstechnischen Schriften geben ein relativ selbstkritisches Resümee seiner bisherigen behandlungstechnischen Bemühungen und enthalten einige für unsere heutigen Diskussionen sehr aktuelle Weiterentwicklungen. Vor allem der Freudsche Begriff der „Konstruktion“ weist interessante Parallelen zum Deridaschen Terminus der „Dekonstruktion“ auf. Offenbar unternahm Freud schon damals Versuche, Deutung oder Konstruktion nicht im Sinne einer affirmativen Aufklärung über unbewusste Prozesse sondern vielmehr im Sinne einer „rekonstruierenden Dekonstruktion“ (Laplanche) unbewusster Abwehrprozesse aufzufassen.
Ich werde einleitend eine Zusammenfassung der Freudschen Überlegungen geben, um vor diesem Hintergrund noch mal über die von uns in unserer alltäglichen Arbeit angewandten Deutungstechniken gemeinsam diskutieren zu können.

Burkard, Matthias:
[EK2+PsGV] Diagnose und Therapie schwerer Persönlichkeitsstörungen

Abstract folgt

Burkard, Matthias:
[FK] „Ich-strukturelle Störungen“

Ich-strukturelle Störungen nehmen unter unseren Patienten immer mehr zu und stellen gleichzeitig höhere Ansprüche an den Behandler. In diesem Seminar wollen wir uns einige grundlegende Aspekte der Diagnostik und Therapie von Patienten mit Ich-strukturellen Störungen anschauen. Dabei sollen Erfahrungen der Kandidaten in klinischen Zusammenhängen in die strukturelle Betrachtung der Persönlichkeitsstörung und deren Psychodynamik mit einfließen.
Literatur:
Kernberg: Borderline-Störung und pathologischer Narzißmus Suhrkamp 1978
Kernberg: Psychodynamische Therapie bei Borderline-Patienten Huber 1992
Rudolf: Strukturbezogene Psychotherapie Schattauer 2004
Lohmer: Borderline-Therapie Schattauer 2005


C



Citron, Gertrud:
[EK1+PsGV] Spezielle Neurosenlehre I: Angst

Angst ist ein wichtiges Sensorium, das vor Gefahren schützt und zu Gegenmaßnahmen veranlasst. Ein Zuviel oder Zuwenig an Angst kann jedoch zu Störungen führen. In diesem Seminar geht es im ersten Teil um wesentliche theoretische Konzepte von und seit Freud. Im Anschluss sollen klinische Beispiele verschiedener Angstformen entlang der Ich-Entwicklung dargestellt werden.

Citron, Gertrud/Heußer, Angelika/Mahdavi, Roxana:
[EK1] Studieneinführung: Die Struktur und der Ausbildungsrahmen des BIPP und des DPG-Instituts am BIPP.

Diese Einführungsveranstaltung möchte den Rahmen bieten, auftauchende Fragen hinsichtlich der Struktur, der Ausbildungsabläufe, verschiedener Aus- und Weiterbildungsgänge und Prüfungsbedingungen offen auszutauschen, da erfahrungsgemäß diese erst konkret werden, wenn die Aus- und Weiterbildung von Kandidaten begonnen wurde.

Chojnowska, Monika
[FK] Sekundärer Krankheitsgewinn in der Psychoanalyse

Die Begrifflichkeiten des primären und sekundären Krankheitsgewinns sollen eingeführt werden, welche bereits von Freud konzipiert wurden. Wie ist sekundärer Krankheitsgewinn im Zusammenhang mit der Thematik der Arbeitsfähigkeit bzw. im Kontext von neurotischem Rentenbegehren zu verstehen? Was bedeutet eigentlich Rentenneurose? Die Problematik „Rente und neurotische Erkrankung“ bedeutet nach wie vor ein Reizthema für uns Psychotherapeuten und häufig für alle Berufsgruppen, die damit zu tun haben. Das zeigt sich bereits u.a. darin, dass die Literatur zu diesem allgegenwärtigen Thema sehr überschaubar ist. Diesen Fragen soll wie auch Überlegungen zur Psychodynamik der Rentenneurose nachgegangen und durch Fallmaterial expliziert werden.
Literatur:
Freud, S. (1916). Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. GW Bd. XI, Fischer, Frankfurt/M., 8. Aufl., 1986. (vor allem S. 397ff.)
Lieberz, K. (1991). Zur Psychodynamik der Rentenneurose. In: Willert, H. G. & Wetzel-Willert, G. (Hrsg.): Psychosomatik in der Orthopädie (S. 77-82). Bern: Verlag Hans Huber.
Mayr, U. (2001). Die Suche nach der nährenden Mutter. In: Mayr, U. (Hrsg.): Wenn Therapien nicht helfen (S. 111-126). Stuttgart: Klett Cotta.

Chojnowska, Monika/Eschmann, Rüdiger
[FK] Das Konzept der projektiven Identifizierung.

Das Konzept der Projektiven Identifizierung, eingeführt 1946 von Melanie Klein und zunächst in der psychoanalytischen Literatur nur wenig beachtet, durchlief eine bemerkenswerte Metamorphose und gewann eine große Bedeutung für die psychoanalytische Technik, insbesondere für den Umgang mit schwer gestörten Patienten, um zwischenmenschliche, auch nonverbale Interaktion zu beschreiben. Im klinischen Alltag wird oft aus heftigen Gegenübertragungsreaktionen und komplizierten Interaktionen auf eine Projektiven Identifizierung geschlossen, was nach Sandler aber auch zu einer „bequemen Pseudo-Erklärung“ werden kann. Es sollen wichtige Entwicklungen des Konzepts vorgestellt und anhand von Fallmaterial veranschaulicht werden.
Literatur:
Frank, C. & Weiß, H. (2007). Projektive Identifizierung – Ein Schlüsselkonzept der psychoanalytischen Therapie. Stuttgart: Klett-Cotta.

D



Deter, Hans-Christian:
[EK1+PsGV] Psychosomatische Differentialdiagnostik

Eine gute Differentialdiagnose psychosomatischer Erkrankungen erlaubt die Möglichkeiten und Erfolge einer Psychotherapie richtig einzuschätzen.Die Bedeutung der Schwere von körperlichen Symptomen für die Psychotherapie sollte im Seminar dargestellt und von den Teilnehmern dann auch in der eigenen praktischen Tätigkeit gekannt werden.

Deter, Hans-Christian
[EK2+PsVG] Psychosomatik IV Rheumatische Erkrankungen in der Psychotherapie.

In diesem Seminar sollen verschiedene rheumatische Erkrankungen, wie der Weichteilrheumatismus, die Fibromyalgie und die rheumatoide Arthritis in ihrem Erscheinungsbild und ihrem Verlauf beschrieben werden. Die Indikationsstellung zur und die möglichen Veränderungen durch Psychotherapie werden an Fallbeispielen hinsichtlich körperlicher und seelischer Symptomatik dargestellt.

Deter, Hans-Christian:
[EK2+PsGV] Psychosomatik der Atemwegs- und Lungenerkrankungen

In diesem Seminar sollen die Hyperventilationstetanie, das Asthma bronchiale und andere Lungenerkrankungen in ihrer psychosomatischen Entstehung und der psychosomatischen Beeinflussung des Krankheitsverlaufes dargestellt werden. Das psychodiagnostische Vorgehen und mögliche Ziele und Modifikationen einer psychotherapeutischen Behandlung werden besprochen.

Deter, Hans-Christian:
[FK+PsGV] Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bei somatoformen Schmerzstörungen

Abstract folgt

Deter, Hans-Christian
[EK2+PsGV] Spezielle Psychosomatik -Herzkreislauferkrankungen in der Psychotherapie

Patienten, die eine Psychotherapie wünschen, haben unter Umständen körperliche Erkrankungen, die bei einer Diagnose-und Indikationsstellung und für eine sich anschließende Psychotherapie berücksichtigt werden sollten.
Psychosomatische Verursachung funktioneller Herzbeschwerden, der essentiellen Hypertonie und der Koronaren Herzerkrankung werden besprochen und die Bedeutung dieser Erkrankungen bei einer tiefenpsychologischen oder psychoanalytischen Psychotherapie diskutiert.

Dietrich, Barbara:
[EK+FK] Autogenes Training (Zweitverfahren/Entspannungsverfahren)

Begrenzte Teilnehmerzahl – Anmeldung bei Barbara Dietrich: info@kbt-dietrich.de
Das Autogene Training nach J.H. Schultz ist ein leicht erlernbares Entspannungsverfahren. Es basiert auf sechs Grundübungen, die stufenweise, in festgelegter Reihenfolge durchgeführt werden. Angesprochen wird die vegetative Ebene, dadurch können unwillkürliche Körperfunktionen mithilfe gezielter Konzentration selbst beeinflusst werden. Körperliche und demzufolge auch psychische Spannungszustände verändern sich hinsichtlich eines Ruheerlebnisses. Ziel der Methode ist eine durch gedankliche Vorstellungen herbeigeführte Tiefenentspannung des gesamten Organismus.
Das Seminar orientiert sich am praktischen Ablauf eines selbst geleiteten Autogenen Trainings, sowie an eigenen Erfahrungen mit dem Verfahren. Zudem werden die Methode, Grundlagen und Techniken zur Vermittlung dargestellt.
Bitte bringen Sie eine Decke + dicke Socken mit.
Literatur:
Hoffmann, B. (2012): Handbuch des Autogenen Trainings, dtv, München
Krapf, M. et al. (2004): Autogenes Training aus der Praxis, Springer-Verlag, Berlin Heidelberg
Adolphsen, C. (2012): Autogenes Training für Dummies, WILEY-VCH Verlag, Weinheim
Das Skript sowie weitere Unterlagen zur Veranstaltung sind im Mitgliederbereich einsehbar.
Information zur Dozentin über www.kbt-dietrich.de


E



Englisch, Monika:
[FK] Gegenübertragungsverwicklungen als Inszenierung archaischer, sadomasochistischer Objektbeziehungen

Wer verwickelt ist, ist nicht mehr frei im Wahrnehmen und Denken. In analytischen Beziehungen können wir durch Rollenübernahme Teil einer unbewussten Inszenierung und dadurch unfrei werden in unseren analytischen Möglichkeiten. Solche Verwicklungen können dann positiv gewendet werden, wenn es uns gelingt, sie zu verstehen und uns bewusst werden zu lassen. Erst dann können wir sie im Kontext des Übertragungs- und Gegenübertragungsgeschehens deutend bearbeiten. Nach einer kurzen theoretischen Einführung in die Konzepte des Einbezogen- und Verwickeltsein von Money-Kyrle, Feldman und Hinz soll die Darstellung einer Sequenz aus einer analytischen Behandlung anschaulich machen, wie eine Gegenübertragungsverwicklung zur Inszenierung einer frühen Objektbeziehung führen kann.
Literatur:
Feldman, M., 1999, Projektive Identifizierung: Die Einbeziehung des Analytikers. Psyche, Heft 9/10, S. 991-1014
Money-Kyrle, R., 2003, Normale Gegenübertragung und mögliche Abweichungen. In: Weiß, H., Frank, C. Normale Gegenübertragung und mögliche Abweichungen. Tübingen
Hinz, H., 2003, Wer nicht verwickelt wird, spielt keine Rolle. (Ebd.)

Englisch, Monika:
[FK] Neuere Hysteriekonzepte II

Es ist unbestritten, dass die klassischen Symptombilder der Hysterie heute selten geworden sind. Es scheint aber möglich, dass durch eine veränderte ‚subtilere’ Form der Symptome, die dem heutigen Lebensstil mehr entspricht, die hysterische Symptomatik ihre neurotische Quelle besser verbirgt. Die hysterischen Symptome aus den drei Bereichen 1. der körperlichen Funktionsstörungen, 2. der psychischen Funktionsstörungen, und 3. der hysterischen Charakterbildung, haben gemeinsam, dass es sich dabei jeweils um szenische Darstellungen unbewusster Inhalte handelt. Ödipuskomplex und Hysterie sind klassische Forschungsobjekte der Psychoanalyse. An der Hysterie wurde die Methode der Psychoanalyse entdeckt, erprobt und ausgebaut, an ihr und dem Ödipuskomplex entstanden die Grundzüge der psychoanalytischen Theorie. Dabei ist gerade die Konversionsneurose das klinische Bild, an dem Freud ätiologische und pathogenetische Hauptmerkmale für die Psychoanalyse gewonnen hat. Im ersten Teil des Seminars soll Freuds und Breuers klassische Theorie der Hysterie vorgestellt und in ihrer Bedeutung für die psychoanalytische Theoriebildung nachvollzogen werden. Im zweiten Teil des Seminars werden im Anschluss an die Kontroversen um die Hysterie in den siebziger Jahren die aktuellen Ansätze von Christopher Bollas und Ute Rupprecht-Schampera vorgestellt. Am Ansatz von Rupprecht-Schampera wird ausgehend von der ödipalen Dynamik der weibliche und männliche Grundkonflikt der Hysterie in seiner jeweiligen geschlechtsspezifischen Ausprägung referiert und anhand einer Fallvignette zur Diskussion gestellt.

Englisch, Monika:
[EK1+PsGV] Die Kunst des Anfangs - Einblicke in erste psychoanalytische Begegnungen

In ihrer bekannten Arbeit über ‚Die Kunst des Anfangs’ lässt uns Anita Eckstaedt einen Blick in ihr Behandlungszimmer nehmen. Sie zeigt anhand von ersten psychoanalytischen Begegnungen wie erste Übertragungsangebote entstehen, wie sie die Empfindungen und Gedanken des Behandlers beeinflussen und wie der unbewusste Gehalt von symbolischen Interaktionen ganz am Anfang von Behandlungen entschlüsselt werden kann. Im Seminar sollen ausgewählte Beispiele referiert werden, um zu zeigen wie durch den Prozess eines Gesprächs und seine anschließende Reflexion „erstaunliche Begegnungen immer mehr Sinn gewinnen.“ Nur wenn Behandler – wie auch die Teilnehmer des Seminars – sich dafür öffnen können, werden sie das Konflikthafte in dieser verdichteten Situation zunächst begreifen und dann analysieren können.
Literatur
Eckstaedt, Anita (1995): Die Kunst des Anfangs. Psychoanalytische Erstgespräche. Frankfurt, M.
Eckstaedt, Anita (1991): Wie Patienten erzählen – psychoanalytische Dialogstrukturen. In: Freiburger Literaturpsychologische Gespräche, Bd. 11, hrsg. Von Johannes Cremerius
Argelander, Hermann (1967): Das Erstinterview in der Psychotherapie. Psyche, 21, 341-368

Englisch, Monika
[FK+PaK] Theorie und Praxis interkultureller PT auf ethnopsychoanalytischer Grundlage

Vor dem gesellschaftlichen Hintergrund der Migrations- und Fluchtbewegungen der vergangenen Jahrzehnte wie auch der Folgen der Globalisierung sind Psychotherapeuten und Psychoanalytiker in der Praxis zunehmend mit interkulturellen Begegnungen konfrontiert. In dem Maße wie die politische Diskussion über Integration größere Aktualität gewonnen hat, ist auch das wissenschaftliche Interesse an den innerpsychischen Verarbeitungsprozessen von Kulturwechseln oder Fluchterfahrungen gestiegen. Die Beschäftigung mit interkulturellen Aspekten in der therapeutischen oder psychoanalytischen Beziehung erfordert ein hohes Maß an Identifikations- und Kommunikationsfähigkeit, da in diesem Kontext auch die jeweils eigene kulturelle Identität immer wieder in Frage gestellt und reflektiert werden muss. Die ethnopsychoanalytischen Konzeptionen, die im Seminar referiert und diskutiert werden, sollen etwas beitragen zum Verständnis kultureller Differenz in psychotherapeutischen Prozessen. Ziel des Seminars ist es, durch eine Verknüpfung von Theorievermittlung und Praxisbezug, einen Zugang zur Arbeit mit Patienten unterschiedlicher kultureller Zugehörigkeiten zu finden. Dabei soll auf der Seite der 30 Therapeuten auch die jeweils eigene kulturelle Geprägtheit in ihrer Bedeutung für die kulturspezifische Dynamik von Übertragungs- und Gegenübertragungsprozessen reflektiert werden. Auf der Seite der Patienten gilt es, die psychischen Verarbeitungsprozesse von Migrations- oder Fluchterfahrungen nachzuzeichnen, die die Bewältigung schwerer, unter Umständen traumatisierender Verlust- und Trennungserfahrungen ebenso wie die Aneignung der neuen kulturellen Umgebung umfassen. (Grinberg und Grinberg, 1990, Wohlfart und Zaumseil 2006, Englisch, 2004, 2006, Akhtar, 2007)

Erhard, Carola:
[EK1] Freud - Topik. Teil I

In seiner ersten topischen Konzeption des psychischen Apparates unterscheidet Freud die Systeme Bewusst, Vorbewusst und Unbewusst. Die zugrunde liegenden Annahmen und Funktionsweisen dieser Systeme werden vorgestellt, gemeinsam mit den damit verbundenen Mechanismen der Verdrängung und Abwehr.
Literatur
Freud, S. (1900): Die Traumdeutung, VII. Kapitel, S 513/541 – 626
Freud, S. (1914): Zur Einführung des Narzissmus, GW X, S.138 - 170
Freud, S. (1913): Das Unbewusste, GW X, S.264 – 303
Freud, S.: Vorlesungen zur Einführung in die PA, GW XI, S.305
Freud, S. (1923): Das Ich und das Es, GW XIII, S. 246-267
Freud, S.: Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die PA, GW XV, S. 85.

Erhard, Carola:
[EK1] Freud - Topik. Teil II

Zum besseren Verständnis der Entstehung psychischer Störungen und unbewusster Abwehrmechanismen führte Freud das Strukturmodell (Es, Ich und Über-Ich) des psychischen Apparates ein, das hier zusammen mit den dynamischen und ökonomischen Gesichtspunkten des Modells erläutert und diskutiert werden soll.

Erhard, Carola
[FK] Übertragung und Gegenübertragung in der Behandlung von Patienten mit Perversionen

Übertragung und Gegenübertragung in der Behandlung von Patienten mit Perversionen
Nach einem Überblick über die historische Entwicklung des Begriffs der Perversion soll zunächst die psychoanalytische Definition von Perversion umrissen werden, die ein breites Spektrum von Bedeutungsinhalten umfasst. Wir wenden uns dann der Frage zu, welche theoretischen Konzepte und Beobachtungen perverser Übertragungsmanifestationen sich in der psychoanalytischen Literatur finden lassen.
Weiterhin gehe ich darauf ein, wie sich diese in der historischen Entwicklung des psychoanalytischen Denkens und in den verschiedenen schulenspezifischen Kontexten wieder spiegeln.
Aus den vorherrschenden Abwehrmechanismen bei Perversionen, wie vertikale Spaltung, narzisstische Großartigkeit und Sexualisierung ergeben sich behandlungs-technische Implikationen, die speziell in Bezug auf das Übertragungs- Gegenübertragungsgeschehen untersucht werden.
Anhand des Textes von John Steiner und weiteren klinischen Fallbeispielen sollen die therapeutischen Interventionen beleuchtet und diskutiert werden.
Literatur:
Steiner, John: Orte des seelischen Rückzugs (2013), Kapitel 9: Perverse Beziehungen bei pathologischen Organisationen

Erhard, Carola
[FK] Literaturseminar zu Betty Joseph: Projektive Identifikation – Klinische Aspekte

Projektive Identifizierung ist nach Melanie Klein nicht zu trennen von der Entwicklungsphase der paranoid-schizoiden Position, die bei bestimmten psychischen Konstellationen im späteren Leben weiter besteht. In ihrem Artikel beleuchtet Betty Joseph, nach einer kurzen theoretischen Einführung, die technischen und klinischen Auswirkungen des massiven Einsatzes der projektiven Identifizierung auf die Arbeit mit Patienten. Ein Schwerpunkt der Lektüre liegt darin, den Kommunikationscharakter projektiver Identifizierung an ausgewählten Textstellen zu diskutieren.
Der Text ist im Kandidatenbereich hinterlegt.
Literatur: Elisabeth Bott Spillius (Hsg.): Melanie Klein Heute; S. 174 - 190

Eschmann, Rüdiger:
[EK1] Was ist klassische Analyse?

Das Liegen, 3 oder 4mal die Woche, das Schweigen, die Zurückhaltung, das Ausfallshonorar? Oder ein bestimmtes Menschenbild, die Triebpsychologie? Oder eine Referenzliteratur, die Schriften von Freud? Alles irgendwie schon, aber doch nicht immer ganz Konsens unter „klassischen“ Psychoanalytikern, nie ganz spezifisch gegenüber anderen Verfahren. Es soll dann auch um Merkmale gehen, die impliziter Konsens sind und spezifisch von anderen Richtungen unterscheiden.

Eschmann, Rüdiger:
[EK1+PaK] Einführung in die kulturtheoretischen Schriften Freuds

Mit der Entdeckung des Unbewussten hatte Freud die Möglichkeit, neue Hypothesen aufzustellen über Kultur, Religion, Gesellschaft und Politik. Einige dieser Ideen werden am Beispiel von Freuds „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ (1921) vorgestellt. Sowohl deren historische Bedingtheit als auch ihre aktuelle Anwendbarkeit auf Phänomene wie Populismus und Terrorismus werden diskutiert.

Eschmann, Rüdiger:
[FK] Die tote Mutter. Ein Konzept von André Green

Der französische Psychoanalytiker André Green hat sich in seinem umfangreichen Werk mit dem „kalten Kern des Seelenlebens“ auseinandergesetzt, der uns bei narzisstisch gestörten Menschen ratlos machen kann. In seiner bekanntesten Arbeit „Die tote Mutter“ beschreibt Green was passiert, wenn in der frühen Kindheit des Patienten die Mutter durch eine Trauer völlig in Anspruch genommen wurde, so dass sie sich gegenüber dem Kind seelisch zurückzog. Es geht nicht um den realen Tod, sondern um die Depression der Mutter, die sie für das Kind in eine „unbeseelte Figur verwandelt“. Hier wird ein Kernproblem entgleister seelischer Entwicklung berührt: Die Blockade des frühen Mutter-Kind-Dialoges. Green macht verständlich, warum die Patienten in den Gefühlen von radikalem Ausschluss, kalter Einsamkeit, Sinnlosigkeit, Leere, Todesnähe und unbändigem Hass gefangen sind wie in einer Falle und weshalb die Analysen regelmäßig stagnieren. Green zeigt aber auch Möglichkeiten auf, wie eine Befreiung aus der Falle gelingen und der „kalte Kern des Seelenlebens“ lebendig gemacht werden könnte.
Literatur
Green (2004): Die tote Mutter-Psychoanalytische Studien zu Lebensnarzissmus und Todesnarzissmus, Gießen, S. 233 - 265.

Eschmann, Rüdiger:
[FK] Konzepte der frühen Triangulierung an einem Fallbeispiel

Während in der klassischen psychoanalytischen Konzeption von Hysterie der Verzicht auf ödipal-inzestuöse Wunschfantasien im Vordergrund steht und in anderen (auch neueren) Theorien im Ausweichen vor der Ödipalität der entscheidende Faktor in der Genese der Hysterie gesehen wird, versteht Rupprecht-Schampera (1995) Hysterie als Störung sowohl zum primären als auch zum ödipalen Objekt. Dieser Ansatz erweitert triebtheoretische um objektbeziehungstheoretische Aspekte und ermöglicht es, verschiedene Konfliktebenen miteinander zu verbinden und komplexe Abwehrgefüge zu verstehen. Es soll das Konzept der frühen Triangulierung in der Hysterie von Rupprecht-Schampera dargestellt werden. Ausgehend davon soll anhand von Fallmaterial aus Behandlungs-stunden einer analytischen Psychotherapie mit einem männlichen Hysteriker die Theorie verdeutlicht und praktisch vertieft werden.
Literatur
Rupprecht-Schampera, U. (2001). „Hysterie“ – eine klassische psychoanalytische Theorie? In Seidler, G. H. (Hg.): Hysterie heute – Metamorphosen eines Paradiesvogels (S. 103-132). (2., Aufl.) Psychosozial-Verlag.
Rupprecht-Schampera, U. (1999). „Hysterie“ – ödipal oder pseudoödipal? In Brech E., Bell K. & Marahrens-Schürg, C. (Hrsg.): Weiblicher und männlicher Ödipuskomplex (S. 169-187). Göttingen: Vandenhoeck & Rupprecht.

Eschmann, Rüdiger:
[FK] Literaturseminar Winnicott: „Übergangsobjekte und Übergangsphänomene“

Abstract folgt

Eschmann, Rüdiger/Mahdavi, Roxana:
[FK] Literaturseminar Freud: „Zur Einführung des Narzissmus“

Abstract folgt

Eschmann, Rüdiger/Mahdavi, Roxana:
[FK] Über-Ich-Störungen.

Ausgehend von dem Text „Überich-Störungen und ihre Therapie“ von Cremerius befasst sich das Seminar mit dem psychoanalytischen Verständnis dieser Störungen, insbesondere im Hinblick auf die therapeutischen Implikationen (z.B. neg. therapeutische Reaktion) und die dementsprechenden spezifischen behandlungstechnischen Fragen und Vorgehensweisen.
Literatur
Cremerius, J.: Überich-Störungen und ihre Therapie. In: Psyche Juli 1977

Eschmann, Rüdiger/Mahdavi, Roxana:
[FK] AG/Lit.: Ängste der Patienten – Ängste des Analytikers.

Das Seminar findet an zwei Abenden in Form einer Diskussionsrunde anhand verbindlicher Literatur statt, die aktiv durch die Teilnehmer gestaltet und von den Dozenten lediglich begleitet wird. Folgende Literatur soll in diesem Semester diskutiert werden: 1- „Zwiebel, R.: Von der Angst, Psychoanalytiker zu sein. Klett-Cotta 2007“ und 2- „Angst – Neubearbeitung eines psychoanalytischen Konzepts; Psyche Sonderheft 9/10 2015“. Welche Texte hieraus besonders besprochen werden sollen, werden wir noch bekanntgeben.

Eschmann, Rüdiger
[EK+FK] Der von außen hereinbrechende Tod - eine unterschätzte Triebkraft

Abstract folgt

Füllkrug, Susanne:
[FK] Neurobiologie der Angst und ihre Bedeutung für Interventionen in der TfP

Angst ist ein zentraler Affekt im menschlichen Leben und in der Genese von psychischen Störungen. In der Vorlesung sollen die gesunden Funktionen der Angst und ihre patholo-gischen Formen erarbeitet werden. Es soll ein Überblick über die neurologischen Struktu-ren und physiologischen Vorgänge, die an der Entstehung der psychischen und somati-schen Erscheinungen bei Angst und deren Aufrechterhaltung beteiligt sind, gegeben wer-den. Daraus werden Interventionen für die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Angst in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie abgeleitet und an Fallbeispiele der Referentin und der Teilnehmer verdeutlicht werden.




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